Bagdad - Staatliche Medien im Irak haben die von den USA unterstützten Gruppierungen der irakischen Exil-Opposition als Verräter bezeichnet. "Für Verräter ist im Irak kein Platz", hieß es am Dienstag in einem Kommentar des staatlich kontrollierten Satellitenfernsehens. Die derzeit in London tagenden Oppositionsgruppen wurden als solche nicht ausdrücklich erwähnt. Einen von den USA gestützten Präsidenten nach dem Vorbild des afghanischen Staatschefs Hamid Karzai werde es im Irak nicht geben, hieß es. Die Zeitung "Al Irak" schrieb, "die afghanische Kopie der Marionette Karzai" werde "im Mülleimer der Geschichte" landen. Anderen "Kopien" werde es ähnlich ergehen.

USA begrüßen Ergebnisse der Londoner Irak-Konferenz

Die US-Regierung hat die Einigung der irakischen Opposition auf eine Strategie für die Zeit nach einem Sturz von Saddam Hussein begrüßt. Der Sprecher des Außenministeriums nannte die Londoner Konferenz der Oppositionsgruppen am Dienstag "einen historischen Meilenstein und ein Symbol für eine bessere Zukunft für die Iraker im In- und Ausland". "Den Teilnehmern gebührt Lob für ihre Anstrengungen", sagte Richard Boucher.

Die Gruppen hatten sich nach tagelangen, zum Teil hektischen Verhandlungen auf ein gemeinsames Führungsgremium und Prinzipien für einen freien Irak geeinigt. "Wir wollen einen demokratischen, pluralistischen, föderalen und freien Irak", sagte Massud Barsani, Chef der Demokratischen Partei Kurdistans.

Auch der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, lobte die Ergebnisse des Treffens. Die USA würden den Irakern helfen, die formulierten Zukunftsziele zu erreichen.(APA/AP)