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London - Bei gewaltsamen Protesten von Fuchsjagdanhängern vor dem Unterhaus in London sind am Montagabend sechs Personen festgenommen worden.

Im Parlament sollte noch am Montagabend über eine Regierungsvorlage zur Einschränkung der Fuchsjagd mit Hunden abgestimmt werden. Als eine kleine Gruppe der rund 3.000 Demonstranten versuchte, die Polizeiabsperrungen vor dem Unterhaus zu durchbrechen, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Labour-Staatssekretär Alun Michael forderte die Anhänger der Jagd zum Respekt für den Prozess der parlamentarischen Beratungen auf.

Auf dem Platz vor dem Unterhaus kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei. Mitten auf dem Platz wurde eine Puppe verbrannt, die Premierminister Tony Blair darstellen sollte. Einige Demonstranten sperrten mit einer Sitzblockade die Zufahrtswege zum Parlament.

300.000 Menschen nahmen bei Massenkundgebung für die Hetzjagd teil

Bereits im September war es in London zu einer Massenkundgebung von Befürwortern der Hetzjagd auf Füchse gekommen, an der damals mehr als 300.000 Menschen teilnahmen. Die Regierung will mit dem neuen Gesetz die Fuchsjagd mit Hundemeuten nur noch unter strengen Auflagen erlauben. Die Regierung von Premierminister Tony Blair hatte Anfang Dezember eine neue Gesetzesvorlage unterbreitet, mit der die Fuchsjagd mit Hunden an ein Genehmigungsverfahren gebunden werden soll. Hunde-Hetzjagden auf Hasen und Rotwild sollen zur Gänze untersagt werden.

Die Jagdanhänger lehnen den von der Regierung nach umfangreichen Konsultationen erarbeiteten Kompromiss als eine "Vorstufe zum Verbot" ab. Dagegen halten eine große Zahl von Labour-Abgeordneten die Vorlage nicht für ausreichend und bestehen auf einem völligen Fuchsjagd-Verbot. Es wurde erwartet, dass sie im Verlauf des parlamentarischen Verfahrens wesentliche Änderungsanträge einbringen. Nach der Abstimmung im Unterhaus geht die Vorlage zu Beratungen ins Oberhaus (House of Lords), wo starker Widerstand gegen die Regierungspläne zu erwarten ist. (APA)