Wien - "Toni's Freilandeier", beim Billa-Konzern ausgebooteter Lieferant der "Ja!Natürlich"-Eier, hat einen neuen internationalen Partner gefunden: Der größte Schweizer Bioeierhändler Hosberg AG werde künftig zwischen zehn und 15 Millionen Eier pro Jahr abnehmen, sagte Unternehmenschef Toni Hubmann. Die Eier würden als Eigenmarke vermarktet und auch für Eierprodukte wie Mayonnaise oder Nudeln verwendet.

Der Billa-Konzern habe von seinem Unternehmen Exklusivität in der Belieferung verlangt, begründete Hubmann das Scheitern der Beziehung mit Österreichs größtem Lebensmittelhändler: "Es tut uns zwar Leid, es ist uns aber nicht möglich, exklusiv für nur eine Eigenmarke zu liefern." Neben der Markenbezeichnung "Toni's Freilandeier" liefere man derzeit unter rund 20 weiteren Marken Eier aus Freilandhaltung. Der Liefervertrag an "Ja! Natürlich" habe rund acht Prozent des Umsatzes ausgemacht, so Hubmann.

300 Lieferanten

Das Unternehmen "Toni's Freilandeier" wird von rund 300 in einem Verein zusammengeschlossenen Landwirten mit Eiern beliefert. Pro Jahr produzieren die Legehennen dieser 300 Bauern rund 80 Millionen Eier, davon über 30 Millionen Bioeier. Rund die Hälfte dieser Bioeier wiederum werden als "Toni's Freilandeier" verkauft.

Die Lieferanten sorgen direkt am Bauernhof für die Beschriftung und Verpackung der Eier, "Toni's Handels GmbH" übernimmt den Verkauf an den Lebensmittelhandel. Für die Einhaltung der artgerechten Tierhaltung sorgt die "Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung". Diese artgerechte Haltung ist laut Hubmann auch das wesentlichste Argument für die Kaufentscheidung.

In etwas mehr als zehn Jahren ist es "Toni" gelungen, mit einem Bekanntheitsgrad von 76 Prozent (laut AC Nielsen) zu Österreichs prominentester Eiermarke zu werden. Daher sei man auch in der Position gewesen, die exklusive Lieferantenbeziehung zum Billa-Konzern ablehnen zu können.

Diese gute Marktposition soll durch eine konsumentenfreundliche Beschriftung der Eier noch weiter ausgebaut werden. Eine solche wird von der EU zwar erst ab 2004 vorgeschrieben. Bereits jetzt seien aber mehr als die Hälfte der "Toni's"-Bauern mit Beschriftungsmaschinen ausgestattet, der Rest soll in den nächsten Monaten folgen. Auf jedem Ei wird künftig ein Code über das Herkunftsland, die Haltungsform und den Herkunftsbetrieb informieren. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 18.12.2002)