Wien - Der PC-Markt schrumpft und Desktops - die großen Geräte für den Schreibtisch - gelten im Gegensatz zu schnuckeligen kleinen Notebooks als Auslaufmodell. Trotzdem lässt sich mit diesem Produkt weiterhin Geld machen, und der Gewinner heißt nicht nur Dell, der seinen Marktanteil stetig ausweitender US-Computerhersteller. Im Windschatten der großen Marken, die mit ihren PCs großteils rote Zahlen schreiben, segelt eine bei privaten Konsumenten wenig bekannte, erfolgreiche deutsche Marke: Maxdata.

"Sehr bekannt"

"Innerhalb der Branche sind wir sehr bekannt", begründet Maxdata-Österreich Geschäftsführer Werner Schiessl den Erfolg des Herstellers, der auf zwei Produktlinien setzt, PCs unter der Maxdata-Marke und Belinea-Bildschirme. Verkauft wird praktisch nur an Geschäftskunden über den Fachhandel und Systemhäuser. "Just in Time" und "Built to Order" seien die Spezialität von Maxdata: Individuelle Konfiguration aller PCs und Auslieferung am nächsten Tag. Am "preisaggresiven Retailmarkt" habe Maxdata hingegen kein Interesse.

Mit dieser Strategie hat Maxdata in Österreich inzwischen Platz drei der Desktop-Verkaufsstatistik nach Angaben des Marktforschers Gartner erreicht, hinter der "neuen" HP und Fujitsu Siemens. Schwach schneidet Maxdata hingegen in den relativ gut gehenden Märkten für Server und Notebooks ab, "da muss man erst Vertrauen aufbauen", konzidiert Schiessl. Und während Röhrenmonitore "ein sterbender Markt" seien, habe sich Maxdata mit Belinea Anfang 2002 rechtzeitig bei TFT-Monitore (Flachbildschirmen) positioniert und 2002 eine Steigerung um 109 Prozent erzielt, während der Gesamtmarkt um rund 30 bis 40 Prozent wuchs.

41 Millionen Euro Umsatz

In Österreich erzielte Maxdata im vergangenen Jahr 41 Mio. Euro Umsatz und ein nicht genanntes positives Ergebnis. Der in 10 europäischen Ländern tätige, börsennotierte Konzern wies zuletzt (2001) einen Umsatz von 752 Mio. Euro und ein Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 16 Mio. Euro aus. (spu, DER STANDARD, Printausgabe 18.12.2002)