Ramallah- Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat mit monatelanger Verzögerung einen von den USA vorgelegten "Zeitplan für einen umfassenden Nahostfrieden" jetzt "prinzipiell akzeptiert". Wenige Tage vor dem für den 20. Dezember angesetzten Treffen des so genannten Nahost-Quartetts aus Vertretern der USA, der EU, UNO und Russlands am Freitag veröffentlichte die Autonomiebehörde am Dienstagabend eine Erklärung Arafats. Darin fordert dieser die Hauptakteure im Nahen Osten auf, "den Friedensprozess in die richtigen Bahnen zu lenken". Ein entsprechende Erklärung wurde den Mitgliedern des Quartetts sowie den Vertretern Jordaniens und Ägyptens übergeben.

Der Plan der USA sieht unter anderem die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates innerhalb von drei Jahren, umfassende Reformen in der Autonomiebehörde sowie die vollständige Beendigung palästinensischer Gewalt gegen Israel vor.

Im Gegensatz zu ursprünglichen Plänen wollen die USA einen endgültigen Beschluss des Quartetts über Details des "Zeitplans" auf die Zeit nach der Parlamentswahl in Israel am 28. Jänner verschieben. Oppositionskreise in Israel sahen darin eine eindeutige Wahlhilfe für Regierungschef Ariel Sharon, dem durch das Entgegenkommen Washingtons eine hitzige Debatte über seine Friedenspläne erspart bleiben könnte.

Chefunterhändler Sajeb Erekat drängte die Mitglieder des Nahostquartetts, den "Zeitplan" zu verabschieden. Die Autonomiebehörde sei daran "sehr interessiert", weil damit die ständige Verschlechterung der Bedingungen in den Palästinensergebieten aufgehalten werden könne. (APA/dpa)