Neu-Delhi - Ein indisches Gericht hat am Mittwoch in Neu-Delhi drei Männer wegen des Blutbads im Bundesparlament vor einem Jahr zum Tode verurteilt. Gerichtsvorsitzender S.N. Dhingra sprach die drei wegen Hochverrats schuldig. Die Frau eines der Verurteilten wurde wegen Behinderung der Ermittlungen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Bei der Schießerei im Parlament hatten am 13. Dezember vergangenen Jahres fünf Angreifer neun Menschen getötet, bevor sie von Sicherheitskräften erschossen worden.

Die Verurteilten waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft maßgeblich an der Planung und Vorbereitung der Tat beteiligt. Ziel des Angriffs seien Mordanschläge auf Premierminister Atal Behari Vajpayee und seinen Stellvertreter Innenminister Lal Krishna Advani gewesen. Die Beschuldigten hatten sich vor Gericht für unschuldig erklärt. Ihre Anwälte kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Indien hatte den pakistanischen Geheimdienst für die Tat verantwortlich gemacht und mit massiver Vergeltung gedroht. Beide Seiten stationierten hunderttausende Soldaten an der gemeinsamen Grenze, und die Gefahr eines Krieges konnte nur durch internationale Vermittlungen nach fast zehn Monaten abgewendet werden. (APA/AP)