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Hussein droht laut US-Geheimdienst mit Verwüstungen von Ölraffinerien.

Foto: APA/ EPA/ Haidar

Washington/London - Die US-Armee ist angewiesen worden, bis zu 50.000 weitere Soldaten über eine mögliche Entsendung in die Golf-Region zu benachrichtigen. Die Entsendung der Truppen könne Anfang 2003 erfolgen, US-Präsident George W. Bush habe aber noch keine Entscheidung getroffen, verlautete aus Militärkreisen am Mittwoch. Es gebe noch kein Datum für eine Entsendung. Die USA wollten weiter die Arbeit der UNO-Waffeninspektoren im Irak beobachten, hieß es.

Der irakische Präsident Saddam Hussein plant für den Fall eines Kriegs nach Angaben aus US-Geheimdienstkreisen eine Strategie der "verbrannten Erde". Saddam wolle bei einem US-Angriff Ölfelder, Kraftwerke und Lebensmittellager zerstören lassen und die US-Truppen dafür verantwortlich machen, hieß es weiter. Sollte Saddam einen bevorstehenden Sturz befürchten, werde er vermutlich chemische und biologische Waffen gegen die Invasionstruppen sowie gegen Israel, Kuwait und seine eigenen Landsleute einsetzen. Auch die schiitische Opposition im Süden des Landes werde möglicherweise angegriffen werden. Schware irakische Armee

Die Stärke und Kampfmoral der irakischen Armee werde sehr viel schwächer eingeschätzt als während des Golfkriegs 1991, verlaute aus den Kreisen weiter. Die Armee verfügen über mehr als 275.000 Soldaten. Die meisten seien schlecht ausgebildet und ausgerüstet. Dies gelte allerdings nicht für die bei Bagdad stationierten fast 80.000 Angehörigen der Republikanische Garde.

Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon erklärte unterdessen, Auslassungen im Bericht des Irak über seine Rüstung seien kein "substanzieller Verstoß" gegen die UNO-Resolution 1441. Darin gehe es nicht nur um "Lücken" in dem Bericht Bagdads. Für einen Verstoß müsse auch eine "absichtliche Behinderung der UNO-Inspektoren" in Betracht gezogen werden. Ein deutlicher Verstoß gegen die UNO-Resolution gilt als möglicher Auslöser eines US-Angriffs auf den Irak. Die USA können für diesen Fall auf die Unterstützung Londons zählen. (APA/Reuters/AFP)