Gaza - Israelische Besatzungssoldaten haben am Donnerstag im südlichen Gaza-Streifen erneut ein palästinensisches Kind erschossen. Nach Krankenhausangaben wurde das elfjährige Mädchen durch einen Schuss in die Brust getötet. Augenzeugen berichteten, sie habe sich im Haus ihrer Eltern in Rafah nahe der israelisch-ägyptischen Grenze aufgehalten. Israelische Soldaten, die am Grenzübergang stationiert sind, hätten mit Maschinengewehren auf ein Wohngebiet in Rafah gefeuert. Eine Armeesprecherin meldete, man prüfe den Vorfall. Sie betonte, in dem Grenzbereich würden die Truppen täglich beschossen und mit Sprengsätzen beworfen.

Tausende von Palästinensern nahmen am Donnerstag am Begräbnis eines 15-jährigen Jugendlichen aus Rafah teil, der am Vorabend ebenfalls von den israelischen Grenztruppen erschossen worden war. Insgesamt wurden in der vergangenen Woche im südlichen Gaza-Streifen drei palästinensische Kinder und Jugendliche getötet. Internationale und palästinensische Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen die steigende Zahl palästinensischer Kinder, die von israelischen Soldaten erschossen werden. Die israelische Armee betont immer wieder, Kinder seien kein Ziel, sondern würden versehentlich getroffen, wenn die Soldaten das Feuer erwidern. Sie wirft palästinensischen Extremisten vor, die Bevölkerung bei ihren Angriffen auf Soldaten als "Schutzschild" zu missbrauchen.

Besatzungssoldaten haben am Donnerstag das Haus der Familie eines mutmaßlichen palästinensischen Attentäters in der Stadt Tulkarem im Westjordanland zerstört. Wie der israelische Rundfunk berichtete, handelt es sich um das Haus des Mannes, der den Anschlag auf einen Kibbuz in Nordisrael im November ausgeführt hatte. Dabei waren fünf Menschen - unter ihnen eine Mutter und ihre beiden Kinder - ums Leben gekommen. Die Soldaten hätten bei der Militäraktion im Morgengrauen den Vater des mutmaßlichen Attentäters festgenommen, hieß es. Die israelische Armee zerstört seit Monaten systematisch Wohnhäuser von Familien palästinensischer Attentäter. Das Vorgehen verstößt massiv gegen die Bestimmungen der Vierten Genfer Konvention über die Behandlung der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten. (APA/dpa)