Bild nicht mehr verfügbar.

Schwindendes Bewusstsein für HIV-Infektionen...
APA/Hoang Dinh Nam

Wien - Sorglosigkeit und ein offenbar zu großes Vertrauen in moderne Therapie-Methoden haben in Wien zu einem Anstieg der HIV-Infektionen geführt. Das geht aus dem aktuellen Wiener Gesundheitsbericht hervor, den Wiens Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (S) am Donnerstag präsentiert hat. "Die Jugendlichen sind sehr gut aufgeklärt, ein schwindendes Bewusstsein gibt es hingegen bei älteren heterosexuellen Menschen", betonte die Ressortchefin. Sie kündigte für das kommende Jahr eine weitere Aufklärungs-Kampagne in Sachen Aids an.

Traurige Zahlen

Auf den ersten Blick zeigt die Statistik eine positive Tendenz: Im Jahr 2001 erkrankten in Wien 20 Personen an Aids, davon waren 17 Männer. Acht Menschen sind an der Immunschwächekrankheit gestorben. Bei den Todesfällen ist dies der tiefste Stand seit den Achtziger Jahren. In Wien wurden von 1983 bis Ende 2001 insgesamt 1.032 Aids-Erkrankte registriert, von diesen sind im gleichen Zeitraum 651 an den Folgen der Immunschwächekrankheit verstorben (63 Prozent).

Doch meldepflichtig sind nur Erkrankungen, Neuinfektionen werden nicht erfasst. Für das Jahr 2002 wird geschätzt, dass in Österreich rund 500 Menschen mit dem Virus infiziert wurden. Rund die Hälfte, so schätzen die Rathaus-ExpertInnen, dürfte dabei Wien betreffen. Das wäre die höchste Steigerung seit Jahren. Insgesamt sollen derzeit im gesamten Bundesgebiet 12.000 bis 15.000 Menschen infiziert sein.

Geschlechtspezifische Unterschiede

Bei mehr als der Hälfte - nämlich bei 54 Prozent - der insgesamt rund 17.000 im Vorjahr verstorbenen WienerInnen wurde als Todesursache eine Herz-Kreislauf-Erkrankung angegeben. Am zweithäufigsten (bei 24 Prozent) werden von der Statistik Krebserkrankungen ausgewiesen. Deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es innerhalb der einzelnen Altersgruppen der verstorbenen Wiener Bevölkerung des Jahres 2001: Männer sterben bedeutend häufiger in jüngeren Jahren als Frauen.

Die Hauptursachen dafür dürften laut Gesundheitsbericht in einer - bei den jüngeren Männern - deutlich höheren Suizid- und Unfallrate liegen, aber auch in vermehrten Krankheiten des Herz-Kreislauf-Sysems sowie Erkrankungen der Verdauungsorgane. Auch die Lebenserwartung ist geringer: 2001 betrug in Wien die Lebenserwartung von Frauen 80,7 Jahre, diejenige von Männern 75,0 Jahre. Da vor allem Darmkrebs im Ansteigen ist, wird es dazu eine Präventions-Kampagne geben, kündigte Pittermann an.

Infektionen und Haltungsschäden

Bei den Infektionskrankheiten wurden laut Gesundheitsbericht 2001 eine leichte Zunahme der meldepflichtigen Erkrankungen festgestellt. Ohne Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten und Aids wurden insgesamt 2.865 Fälle registriert - den weitaus größten Teil nahmen davon die bakteriellen Lebensmittelvergiftungen ein, die eine deutliche Zunahme aufgewiesen haben.

Für Kinder und Jugendliche lässt sich laut Gesundheitsbericht aus den Ergebnisses der orthopädischen Untersuchungen an SchülerInnen und Stellungspflichtigen ein hoher Anteil an Erkrankungen des Bewegungsapparates. Vor allem Haltungsfehler sind registriert worden. (APA)