Berlin - Eisen fördert das Wachstum von Tuberkulose-Erregern. Das haben Forscher des Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie im Tierversuch herausgefunden.

Eisen ist demnach für Tuberkulose-Erreger ein wichtiger Wachstumsfaktor, überhöhte Konzentration kann die Krankheit verschlimmern. Die Forscher hoffen nun, dass die Tuberkulose in Gegenden, in denen Eisenüberladung und Tuberkulose zusammen auftreten, mit eisenbindenden Medikamenten besser als bisher behandelt werden kann.

Test an Mäusen

Die Forscher hatten Mäusen mit hohen Eisenkonzentrationen das Eiweiß Lactoferin verabreicht. Das eisenbindende Protein, welches auch in der Milch und anderen Körperflüssigkeiten vorkomme, habe die Zahl der Tuberkulose-Keime um das Hundertfache verringert. Hohe Eisenkonzentrationen hätten dagegen zu einem ungehemmten Wachstum der Bakterien geführt.

Schätzungsweise zwei Millionen Menschen sterben weltweit jährlich an Tuberkulose. Bisher müssen Betroffene den Angaben zufolge eine Kombination aus mindestens drei verschiedenen Medikamenten über den Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten einnehmen. (APA/AP)