Innsbruck - Zwei Premieren und eine Wiederaufnahme beschert das Tiroler Landestheater seinem Publikum während der Weihnachtsfeiertage im Großen und Kleinen Haus. Unter anderem bringt Jochen Ulrich, der Ballettchef am Tiroler Landestheater, am Christtag Pjotr.I. Tschaikowskijs Ballett "Der Nussknacker" nach E.T.A. Hoffmanns "Nussknacker und Mäusekönig" in einer eigenen choreographischen Neuschöpfung heraus.

Ballett

Kein klassischer Spitzentanz erwartet das Publikum, sondern eine zwar mit klassischen Elementen arbeitende, aber insgesamt doch neu konzipierte Ballettschöpfung, die Ulrich in dieser Fassung bereits mit großem Erfolg in Freiburg und Köln gezeigt hat. Er hält sich dabei vor allem an die - in den klassischen Choreographien verharmloste und verniedlichte - Textvorlage von E.T.A.Hoffmann, die eigentlich die Geschichte von den Wunsch- und Angstträumen eines Mädchens an der Schwelle von der Kindheit zur erwachenden Frau erzählt.

Das Mädchen Marie wird von Irene Bauer getanzt, die als Mitglied des Wiener Staatsopernballetts die formalen Möglichkeiten des klassischen Bewegungsrepertoires ideal verwirklichen kann. Der Mäusekönig ist Innsbrucks 1. Solotänzer Fabrice Jucquois. Endlich können sich die Musikfreunde dabei wieder über "Live"-Orchestermusik freuen; das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck wird von Fabrizio Ventura geleitet. Die Bühne gestaltet der hier bereits erfolgreich hervorgetretene Australier Tony Westwood, die Kostüme entwirft die international tätige Ulrike Zimmermann.

"Hello, Dolly!" brüllt es

Am Silvesterabend um 19 Uhr gibt es ein Wiedersehen mit der humorvollen Liebesrevue "Hello, Dolly!", die als Koproduktion mit dem Ulmer Theater wieder in den Spielplan aufgenommen wird. Das Musical war bereits in der vorigen Saison hier erfolgreich zu sehen; Zugpferd war und ist die amerikanische Sopranistin mit internationaler Opernkarriere Barbara Daniels, deren Laufbahn einst in Innsbruck begonnen hat. Einen prominenten Touch bekommt diese Silvestergala durch den Überraschungsauftritt der Starsopranistin Eva Lind.

Auch das Schauspiel hat eine Premiere zu bieten: Ebenfalls am Silvesterabend dürfen die Theaterbesucher im Kleinen Haus der Kammerspiele den letzten Abend des Jahres unter Kannibalen verbringen. Denn dort wird die Politiksatire "Häuptling Abendwind" , für die sich Johann Nestroy von einer Offenbach-Operette inspirieren ließ, mit Musik desselben Jacques Offenbach auf der Bühne erscheinen. Regie und Ausstattung liegen bei Alois Galle, das musikalische Arrangement besorgt Peter Kosiol, die Musiker sind Studenten des Tiroler Landeskonservatoriums Innsbruck und werden von Hansjörg Sofka geleitet. Die doppelsinnige Farce steht dann im Jänner und Februar zwölf Mal auf dem Spielplan.(APA)