Wien - "Für große Parteien mit gewachsenen Strukturen ist es schwieriger. Männer räumen ungern ihr Mandat, Frauen müssen es noch schaffen, sich in den Bünden mehr Plätze zu erobern." - So erklärt die schwarze Frauenvorsitzende, ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, warum es auch diesmal nicht gelungen ist, mehr als 29,1 Prozent Frauen ins Parlament zu schicken. Zufrieden ist Rauch-Kallat damit nicht: "Als ich 1998 Frauenchefin wurde, habe ich als Ziel ausgegeben, bis in zehn Jahren die Hälfte der Mandate mit Frauen zu besetzen." Immerhin, im Burgenland hat die ÖVP das geschafft - dieses Bundesland schickt 50 Prozent Frauen ins Parlament.

Die Grünen schaffen das bundesweit, und mehr als das: Ihr Frauenanteil beträgt 58,8 Prozent und hilft, die Frauenquote im Parlament auf 33,9 Prozent zu heben. Das Frauen-Schlusslicht ist die FPÖ mit 27,8 Prozent. Die SPÖ liegt zwar mit einem Frauenanteil von 34,8 Prozent an zweiter Stelle - aber unter ihrer Statutvorgabe von 40 Prozent. "Das Reißverschlusssystem ist nicht auf allen Listen befolgt worden", seufzt Frauenvorsitzende Barbara Prammer. Nur Wien, Kärnten und die Steiermark erfüllen die Quote. Es soll aber diesmal wirklich das letzte Mal sein, dass sich Länder um die Quote drücken: "Beim nächsten Bundesparteitag wird das Reißverschlusssystem verpflichtend eingeführt. Das haben wir im Parteipräsidium besprochen. Für den Beschluss hat es offenbar diesen letzten Rumpler gebraucht." (eli/DER STANDARD, Printausgabe, 21.12.2002)