St. Pölten - Robert Wenitsch, Bezirksobmann der FPÖ in Gänserndorf, ist erbost: Am Freitag hat er in der Landes- geschäftsstelle der Partei in St. Pölten die gesammelten Unterschriften für einen Sonderparteitag abgegeben. Jetzt sollen zwölf Unterschriften fehlen. Das hat Landesparteisekretär Thomas Ram nach Prüfung der Unterschriftenliste bekannt gegeben. Wenitsch habe nicht das satzungsgemäß erforderliche Drittel der 438 NÖ Delegierten aufgebracht. Ram glaubt, dass damit der Sonderparteitag vom Tisch ist.

"Der Spuk ist Gott sei Dank vorbei", freute sich Klubchef Franz Marchat, FP-Spitzenkandidat für die niederösterreichische Landtagswahl am 30. März 2003. Der stellvertretende Landesparteichef Ewald Stadler meinte, die "Gänserndorfer Provinzposse" sei nun erledigt.

Wenitsch sieht dies anders. Er will weiterkämpfen. "Es ist schwer nachzuvollziehen, mit welchen Mätzchen da gearbeitet wird", sagte er am Freitag zum STANDARD. Die Parteispitze wolle sich einfach nicht der Basis stellen. Bis heute stünde ihm, obwohl Landesparteivorstandsmitglied, keine Gesamt-Delegiertenliste zur Verfügung. Diese würde von der Landesführung wie ein "Geheimpapier" gehütet, empörte sich Wenitsch. Er ist überzeugt, dass "sich nach dieser Aktion die fehlenden zwölf Delegierten finden lassen werden". Und dann komme der Sonderparteitag. Geht nicht, sagt dazu die Parteispitze. Das Nachreichungen von Unterschriften sei nicht gestattet - ein Sonderparteitag daher nicht mehr möglich.

Wenitsch fordert unter anderem einen Wechsel an der Landesparteispitze. (pm/DER STANDARD, Printausgabe, 21.12.2002)