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Kapstadt - Nach mehr als sechs Monaten im antarktischen Packeis ist das deutsche Forschungsschiff "Magdalena Oldendorff" am Freitag im Hafen von Kapstadt eingetroffen. Südafrikanischen Medienberichten zufolge wurden die 16 Besatzungsmitglieder und der argentinische Arzt an Bord umgehend durch eine neue Crew ersetzt. Die alte Besatzung freute sich auf die Rückkehr zu ihren Familien.

Der Schiffsarzt Juan Carlos Campana konnte seine Verlobte Paula Petiet bereits in Kapstadt in die Arme schließen. Sie war ohne sein Wissen von Buenos Aires nach Südafrika geflogen, um ihn zu überraschen. Die ursprünglich für Dezember geplante Hochzeit verschob das Paar auf Jänner.

Auch Eisbrecher scheiterte

Die "Magdalena Oldendorff" war am 12. April in Kapstadt in See gestochen und im Auftrag eines russischen Forschungsinstituts im Südpolarmeer unterwegs gewesen. Auf der Rückkehr nach Kapstadt war sie Anfang Juni in ein Eisfeld geraten und vom Packeis eingeschlossen worden. Alle Versuche, den Frachter aus den Eismassen zu befreien, schlugen fehl. Auch dem argentinischen Eisbrecher "Almirante Irizar" war es im Juli nicht gelungen, dem Schiff bei der Überwindung des mehr als tausend Kilometer breiten Eisgürtels zu helfen.

Der Großteil der Besatzung, überwiegend russische Forscher, war schnell ausgeflogen worden. 16 Crewmitglieder und der Schiffsarzt der "Almirante Irizar" harrten dagegen im antarktischen Winter aus - vom Eisbrecher und Hubschraubern mit Treibstoff und Proviant versorgt. Als mit dem antarktischen Sommer die Schneeschmelze einsetzte, konnte das Schiff aus eigener Kraft nach Kapstadt zurückkehren. Die nächste Forschungsfahrt der "Magdalena Oldendorff" ist für Anfang Jänner vorgesehen: Ziel ist wieder die Antarktis.(APA)