Wien - Die SPÖ hat noch nicht entschieden, in welcher Funktion die frühere Superintendentin für das Burgenland, Gertraud Knoll, tätig werden soll. Dabei spielt sicher die Überlegung eine Rolle, dass es sich vielleicht doch noch mit einer Regierung ausgehen könnte und damit auch ein Staatssekretariat für Soziales mit Knoll besetzt werden könnte. Sollte die SPÖ in Opposition gehen, wird Knoll in die Projektarbeit eingebunden - Schwerpunkt Soziales, Frauen und "alles, was mit ihrer außerordentlich kommunikativen und sozialen Begabung zu tun hat", wie es ein hoher SP-Funktionär blumig formuliert.

Beim Liberalen Forum (LiF) herrscht auch noch Wochen nach der Nationalratswahl Katerstimmung. Für den ersten März hat man einen Parteitag geplant. Davor soll eine Art "Optionenkatalog", wie es weitergehen könnte, ausgearbeitet werden, erklärte Bundessprecher Alexander Zach am Freitag. Im Hinblick auf die nächsten Europawahlen wolle man die politische Arbeit fortsetzen. Über die Parteizukunft von Spitzenkandidat Reinhard Jesionek sagte Zach: "Er wird uns unterstützen, aber nicht in einer Spitzenfunktion." Jesionek selbst konnte nicht erreicht werden. Aus dem LiF-Büro hieß es lediglich, er sei auf Urlaub.

Vom weiteren Weg der Liberalen macht Rudolf Fußi die Zukunft seiner "Demokraten" abhängig. Es sei nicht sinnvoll, dass es zwei liberale Parteien nebeneinander gebe. Im Jänner wird entschieden, bei welchen Landtagswahlen man antritt. (kob, pm/DER STANDARD, Printausgabe 21./22.12.2002)