Bild nicht mehr verfügbar.

reuters/martinez

Rom - Der krisengeschüttelte italienische Automobilkonzern Fiat hat der amerikanischen Investmentbank Merril Lynch seine gesamte Beteiligung an General Motors (GM) verkauft. Dies meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstag. Die Transaktion hat ein Volumen von 1,16 Milliarden Dollar (1,131 Millarden Euro), mit denen Fiat seine Nettoschulden weiter senken will.

Der Verkauf der 32,05 Millionen GM-Aktien werde sich nicht auf die industrielle Beziehung zwischen Fiat und GM auswirken, teilte Fiat mit. GM hält seit dem Jahr 2000 eine 20-prozentige Beteiligung an Fiat. Für das Aktienpaket hatte der Konzern von Detroit 2,4 Milliarden Dollar ausgegeben. Fiat steht im Jahr 2004 die Option offen, seine gesamte Autosparte an GM zu verkaufen.

Sorge über Verkaufsabsicht von GM-Paket

Die italienischen Gewerkschaften erklärten sich über den Verkauf des GM-Aktienpakets an Merrill Lynch besorgt. Der Chef des Gewerkschaftsverbands Cisl, Sevino Pezzotta, rief das Fiat-Management zu einer Neuaufnahme der Verhandlungen um die Zukunft der Autosparte auf. Die Gespräche waren vor zwei Wochen abgebrochen worden, nachdem sich Fiat geweigert hatte, auf die Streichung von 8.100 Arbeitsplätzen zu verzichten. Anfang Dezember stellte der Konzern 5.600 Personen dienstfrei.

Fiat hatte erst vor kurzem dem Verkauf einer Mehrheit an seiner Verbraucherkredit-Tochter Fidis an seine wichtigsten Gläubigerbanken zugestimmt. Die Einzelheiten des Verkaufs der Fidis-Mehrheit würden Anfang 2003 veröffentlicht, hatte es geheißen. Fiat erstellt derzeit seine Bilanz für 2002. Nach dem Verkauf des Fidis-Anteils sollte die Netto-Verschuldung darin mit 3,6 Milliarden Euro nach 5,8 Milliarden Euro Ende September zu Buche schlagen.

Im Mai hatte der Autokonzern Kredite im Volumen von drei Milliarden Euro erhalten und sich dafür verpflichtet, seine Schulden abzubauen und die Mehrheit von Fidis seinen Gläubigerbanken zu verkaufen, sofern sich nicht zuvor ein anderer Käufer für die Finanztochter finden sollte. Ende September versicherte der Konzern den Banken, die Verbindlichkeiten von damals 32,8 Milliarden Euro auf 23,6 Milliarden Euro Anfang 2003 zu reduzieren. (APA/AFP/Reuters)