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Bayrampasa Gefängnis: Türkischer Hungerstreiker wird von der Ambulanz weggebracht.

reuters/str

Istanbul - Dem seit rund zwei Jahren anhaltenden Hungerstreik türkischer politischer Häftlinge gegen neue Sicherheitssysteme in den Gefängnissen des Landes sind bereits 63 Gefangene zum Opfer gefallen. Zuletzt starb der 27-jährige Berkan Abatay nach Angaben einer türkischen Menschenrechtsorganisation am Freitagabend nach 589 Tagen ohne feste Nahrung. Abatay saß wegen Mitgliedschaft der verbotenen marxistischen Organisation DHKP-C in Haft.

Die politischen Häftlinge protestieren seit Oktober 2000 gegen die Unterbringung in Ein- bis Drei-Bett-Zellen statt wie bisher in Gemeinschaftssälen mit bis zu hundert Gefangenen. Sie befürchten, dass die Gefängnisinsassen in den kleinen Zellen stärker der Willkür von Polizei und Wachpersonal ausgesetzt seien. Die Regierung begründet ihr neues System hingegen damit, dass in den großen Sälen Terroristen angeworben und ausgebildet würden. Dutzende Gefangene sind noch immer im Hungerstreik, bei dem sie feste Nahrung verweigern, Zuckerwasser und Vitamine aber zu sich nehmen. (APA/AP)