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Foto: REUTERS/Nir Elias

Tel Aviv - Der Skandal um Bestechungsvorwürfe gegen den regierenden rechtskonservativen Likud-Block in Israel weitet sich aus. Eine Woche nach Beginn der polizeilichen Untersuchung gegen die Partei von Ministerpräsident Ariel Sharon wurde am Sonntag bekannt, dass mindestens ein Abgeordneter der Likud-Parlamentsfraktion unter Korruptionsverdacht steht. Dies berichtete der israelische Rundfunk unter Berufung auf informierte Polizeikreise. Sharon berief die Minister seiner Partei am Sonntag zu einer Sondersitzung ein. Israelische Medien rechnen mit neuen Festnahmen.

Im Mittelpunkt der polizeilichen Ermittlungen steht das Verhalten von Likud-Delegierten bei der Nominierung der Kandidaten für die Liste zur Parlamentswahl am 28. Jänner. Kurz nach dem Wahlparteitag am 8. Dezember wurden Vorwürfe laut, wonach einige der rund 2900 Wahldelegierten Kandidaten erpresst und Kandidaten wiederum Delegierte bestochen haben sollen, um einen aussichtsreichen Listenplatz zu erreichen. Mindestens zehn Likud-Mitglieder sind inzwischen von der Polizei verhört worden. Einer sitzt in Untersuchungshaft, zwei weitere wurden unter Hausarrest gestellt.

Seit die Vorwürfe gegen den Likud bekannt wurden, ist die Partei in der Wählergunst gesunken. Nach einer Umfrage vom vergangenen Freitag kann die Sharon-Partei bei der Wahl derzeit mit 31 Mandaten (bisher 19) rechnen, acht weniger, als vor Bekanntwerden des Skandals. Allerdings bliebe der Likud damit deutlich stärkste Fraktion vor der Arbeiterpartei, die von 25 auf etwa 23 Mandate zurückfallen würde. (APA/dpa)