London/Washington/Bagdad - Die USA haben ein irakische Angebot zurückgewiesen, Mitarbeiter ihres Geheimdienstes CIA an den UNO-Waffeninspektionen im Irak teilnehmen zu lassen. Wie der britische Sender BBC am Montag aus Washington berichtete, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses, die Beweislast, dass Bagdad keine Massenvernichtungswaffen herstelle, liege beim irakischen Staatschef Saddam Hussein. Am Sonntag hatte die Führung in Bagdad erklärt, das Land sei bereit, jede Frage der USA und Großbritanniens zu dem rund 12.000 Seiten umfassenden irakischen Waffendossier zu beantworten. Ein Vertrauter von Präsident Saddam Hussein lud zudem CIA-Mitarbeiter ein, Waffeninspektoren der Vereinten Nationen zu Orten zu führen, an denen Produktionsstätten für Massenvernichtungswaffen vermutet würden.

Der Druck auf den Irak muss nach Ansicht der US-Regierung bald konkretere Formen annehmen. Zwar habe Washington die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass den Vereinten Nationen eine Entwaffnung Bagdads gelingen könne, verlautete aus Regierungskreisen in Washington. Nun beginne jedoch die Phase, in der entschieden werden müsse, wie Saddam Hussein zu den geforderten Schritten gezwungen werden soll.

Kontrollore setzen Inpektionen fort

Die UNO-Waffenkontrollore setzten am Montag ihre Inspektionen in einer Rüstungsfabrik in El Fao fort, wo mögliches waffenfähiges Material vermutet wird. Ein geflohener irakischer Ingenieur hatte im vergangenen Jahr in einem Interview der "New York Times" angegeben, er habe in El Fao geheime Lager für biologische, chemische und atomare Waffen gewartet.

Der irakische Präsidentenberater Amir al Saadi versicherte, der Irak habe niemals versucht, von Niger oder Südafrika Uran zu beziehen. Vielmehr habe man sich Mitte der achtziger Jahre in Niger um Uranoxid bemüht, sagte Saadi. Dies habe er den Waffeninspektoren bereits im vergangenen Monat gesagt. Die USA hätten zudem die Frage gestellt, ob der Irak versucht habe, das Nervengas VX zu produzieren. Diese Frage beziehe sich auf Informationen einer UNO-Waffeninspektion in den frühen 90er Jahren. Diese basierten auf manipuliertem Beweismaterial. Der Irak habe im April 1990 versucht, das Gas zu produzieren, doch das Material sei schnell unbrauchbar geworden und die Versuche seien eingestellt worden, sagte Saadi.(APA/dpa/Reuters)