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Caracas - Knapp drei Wochen nach Beginn des Generalstreiks hat der venezolanische Präsident Hugo Chavez Gefängnisstrafen gegen die Streikenden angeordnet und ihre Entlassung angekündigt. Er habe die Order erteilt, jeden festzunehmen, der das staatliche Ölunternehmen PDVSA weiter blockiere oder die Lebensmittelversorgung und die öffentlichen Dienstleistungen behindere, sagte Chavez am Sonntag in seiner Fernsehsendung "Hallo Präsident". Angestellte, die nicht zur Arbeit erschienen, würden entlassen. Der linkspopulistische Präsident kündigte zudem juristische Ermittlungen und Schadensersatzforderungen an. Ab Montag werde die Ölindustrie ihre Produktion wieder in vollem Umfang aufnehmen.

Außerdem wolle er das staatliche Ölunternehmen "von Grund auf umstrukturieren". Wörtlich sagte Chavez: "Wir werden mit der Säuberung beginnen." Bei der PDVSA hatte sich der überwiegende Teil der 40.000 Arbeiter dem Streikaufruf der Opposition angeschlossen. Den Machtkampf zwischem ihm und der Opposition verglich der frühere Fallschirmjäger und Ex-Putschist Chavez mit einem "Krieg". Am Samstag hatte Chavez persönlich den Militäreinsatz auf dem bestreikten Öltanker "Pilin Leon" überwacht.

Der Sprecher der PDVSA-Streikenden, Juan Fernandez, kündigte dagegen die Fortsetzung des Arbeitsausstandes an. Der Druck auf Chavez müsse noch erhöht werden, sagte er. Die Opposition will mit dem am 2. Dezember begonnenen Generalstreik in der wichtigen Ölindustrie den Rücktritt von Chavez und Neuwahlen erzwingen. Beides lehnt der Präsident ab. Der Streik hat die Ölindustrie weitgehend lahm gelegt und damit auch in anderen Branchen gravierende Ausfälle verursacht. Venezuela ist der fünftgrößte Erdölexporteur der Welt. Größter Abnehmer sind die USA. (APA)