Banda Aceh/Indonesien - Mutmaßliche Rebellen haben in der indonesischen Provinz Aceh zwei Soldaten und einen Polizisten erschossen. Es war nach offiziellen Angaben vom Montag das erste Mal seit Unterzeichnung des Friedensabkommens am 9. Dezember, dass Mitglieder der Regierungstruppen von Rebellen getötet wurden. Ein Militärsprecher erklärte, der Vorfall belaste die Friedensvereinbarung.

Ein Rebellensprecher räumte ein, dass Separatisten im Süden der Provinz am Sonntag zwei Mitglieder einer Eliteeinheit überfallen hätten. Die Einheit habe ein Rebellenlager in der Gegend angreifen wollen. Der Militärsprecher sagte dagegen, die Soldaten hätten Hilfsgüter in ein abgelegenes Dorf bringen wollen. Der zweite Zwischenfall ereignete sich in der Region Bireun im Norden Acehs.

Den Unruhen in Aceh fielen seit 1990 rund 14.000 Menschen zum Opfer. Unter internationaler Vermittlung war Mitte November eine Einigung zur Beilegung des längsten blutigen Bürgerkriegs in Südostasien erreicht worden. Der Friedensplan gewährt den vier Millionen Einwohnern Acehs mehr Autonomie, die Kontrolle über die Bodenschätze sowie die Wahl eines Parlaments und einer Regierung unter Aufsicht von 150 internationalen Beobachtern. Auf Grund der Heftigkeit, mit der der Konflikt über viele Jahre von beiden Seiten geführt wurde, rechnen Beobachter damit, dass es bei der Umsetzung noch zu etlichen Schwierigkeiten kommen wird.(APA/AP)