Schwyz - Frühe Bewohner des Muotathals haben ihre Milchprodukte möglicherweise in zwei kürzlich entdeckten Höhlen gelagert. Der Kanton Schwyz unterstützt die archäologische Erforschung der Anlagen mit umgerechnet ca. 10.000 Euro. Wie das Amt für Kulturpflege am Montag mitteilte, wurden die Höhlen von Walter Imhof und Franz Auf der Mauer entdeckt. Holzkonstruktionen und Aufbauten in der Höhle lassen auf eine mögliche Benutzung als "Milchkeller" schließen.

In einer Höhle wurden zudem Knochen von Steinböcken, Rothirschen und Braunbären gefunden. Untersuchungen zeigten, dass die Knochen über 9.000 Jahre alt sind. Nun sollen auch die Holzkonstruktionen datiert werden. Dazu wird die dendrochronologische Methode (Jahresringe) angewendet. Zudem werden die Höhlen wissenschaftlich vermessen.

Das Amt für Kulturpflege hofft, dass damit neue Erkenntnisse über die vermutlich sehr alten alpinen Infrastruktur gemacht werden können. Das Muotathal wird seit über 20 Jahren wegen seinen alten alpinen Siedlungsplätzen archäologisch untersucht. Die bereits erforschten archäologischen Stätten sind zum Teil über tausend Jahre alt. Die Dichte und die Art der Wüstungen (verlassene Siedlungen) und Infrastrukturen lassen auf eine rege alpwirtschaftliche Tätigkeit schließen.(APA/sda)