Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat den vom Erdbeben Ende Oktober schwer beschädigten Gebieten des Landes einen "Solidaritätsbeitrag" versprochen. "Wir denken an ein Dekret, mit dem wir alle Italiener auffordern werden, ihren Beitrag für die Region Molise zu geben, die so stark vom Erdbeben heimgesucht worden ist", sagte Berlusconi, der am Montag die süditalienische Ortschaft San Giuliano di Puglia besuchte. Beim Einsturz des Schulgebäudes nach dem Erdbeben waren in dem Dorf 27 Kinder und eine Lehrerin ums Leben gekommen. Insgesamt hatte das Erdbeben 30 Menschen das Leben gekostet.

Von den Solidaritätsmaßnahmen sollen laut Berlusconi auch die Provinz Catania profitieren, die seit fast zwei Monaten wegen der Aktivität des Vulkans Ätna stark unter Druck steht, sowie die Gebiete in Norditalien, die wegen der Unwetter im November schwere Schäden erlitten haben. Noch unklar ist, ob es sich bei dem so genannten Solidaritätsbeitrag um eine Steuer handeln wird.

Berlusconi lud die Schüler von San Giuliano zu einem Besuch in Rom ein. Er wolle sie bei einem Rundgang in den Palazzo Chigi, den römischen Regierungssitz, begleiten. Der Ministerpräsident, der bereits nach dem Schuleinsturz am 31. Oktober San Giuliano besucht hatte, versprach, dass das Dorf spätestens in 24 Monaten wieder aufgebaut sein wird. (APA)