Wien - Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed ElBaradei, hat sich am Dienstag äußerst besorgt über Nordkoreas einseitige Unterbrechung der Überwachung seiner Atomanlagen gezeigt. Nur wenn die IAEO umgehend die Kontrolle jener nuklearen Einrichtungen wieder aufnehmen könne, in denen Überwachungseinrichtungen abgeschaltet wurden, könne von seiner Behörde sichergestellt werden, dass kein Material zur Herstellung von Atomwaffen oder von anderen Sprengkörpern abgezweigt werde, stellte ElBaradei in einer Aussendung fest.

Der IAEO-Chef wies darauf hin, dass die Überwachung atomarer Einrichtungen in Nordkorea in Einklang mit dem Pakt über die Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen vorgesehen sei. Die rasche Verschlechterung der Situation in der kommunistischen "Demokratischen Volksrepublik Korea" gebe Anlass zu ernsten Befürchtungen hinsichtlich der Nicht-Weiterverbreitung derartiger Waffen. ElBaradei berate derzeit mit dem Vorsitzenden und den Vertretern der Mitgliedsländer des IAEO-Gouverneursrates, heißt es in der Aussendung der in Wien ansässigen IAEO.

Laut IAEO hat Nordkorea am Montag und Dienstag die meisten Siegel der Atomenergie-Agentur von ihren nuklearen Einrichtungen entfernt und die Überwachungskameras funktionsuntüchtig gemacht. Auf dem Gelände der Atomanlagen in Nyongbyong seien die Überwachungsgeräte in drei Einrichtungen außer Betrieb gesetzt worden: In dem Fünf-Megawatt-Reaktor, der Fertigungsanlage für Brennstäbe und der Wiederaufbereitungsanlage. (APA)