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Die Tarife der Post sollen im nächsten Jahr kräftig angehoben werden. Umsatzrückgänge, heißt es aus dem Unternehmen, machen dies notwendig.

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Wien - Postkunden in Österreich werden im neuen Jahr kräftig zur Kasse gebeten. Knapp vor Jahreswechsel hat die Post AG am Freitag eine generelle Preisanhebung im Jahresverlauf 2003 angekündigt. Teurer werden der Brief- und Paketversand genauso wie die meisten anderen Services. Erstmals seit sechs Jahren soll damit auch das Porto für den Standardbrief (bis 20 Gramm) angehoben werden, nämlich von 51 auf 55 Cent um knapp 8 Prozent. Der Tarif für Inlandsbriefe zwischen 20 und 50 Gramm soll mit 75 Cent sogar um stolze 30 Prozent angehoben werden. Dem neuen Porto für Briefe unter 100 Gramm muss allerdings das Infrastrukturministerium noch zustimmen.

Umsatzrückgang

Die Post begründet die Preisanhebung mit einem deutlichen Umsatzrückgang 2002, bedingt vor allem durch neue Technologien - also etwa E-Mail und SMS-Handynachrichten. Mit 55 Cent für den Standardbrief liege das heimische Porto für den Standardbrief nun exakt auf dem Niveau Deutschlands. Wolle man den Universaldienst aufrechterhalten, sei eine Erhöhung des Standardtarifs aus betriebswirtschaftlicher Sicht "notwendig", so das Unternehmen in Richtung Infrastrukturminister Mathias Reichhold (F).

Politik skeptisch

Dieser spielte am Freitag den Ball weiter an Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Hintergrund, warum die Post AG den Preisantrag stelle, sei, dass der Finanzminister den Druck bezüglich wirtschaftlicher Zielvorgaben offenbar erhöht habe, sagte Reichhold am Freitag. Reichhold will nun nochmals mit Finanzminister Grasser sprechen, "ob die Zielvorgaben realistisch sind oder ob diesbezüglich noch Spielraum besteht". Außerdem soll die Preiskommission "die Kostenorientierung des neuen Tarifmodells ganz genau prüfen".

Auch Pakete teurer

Nicht genehmigungspflichtig und damit beschlossene Sache ist die Anhebung der Tarife für Auslandsbriefe, Briefe über 100 Gramm, Pakete und sonstige Postservices. Während das neue Porto für Briefe unter 100 Gramm vorbehaltlich der Genehmigung durch das Ministerium frühestens ab 1. Juni 2003 kommen soll, treten die neuen Tarife für Briefe über 100 Gramm, Auslandsbriefe, Pakete und sonstige Services bereits mit 1. Mai 2003 fix in Kraft.

Auslandsbriefe werden demnach wie die Inlandsbriefe vereinzelt um bis zu 30 Prozent teurer, Pakete laut neuer Preistabelle um bis zu 8 Prozent. Ein Paket bis 2 kg wird künftig 3,70 (statt bisher 3,56 Euro) kosten, Pakete zwischen 2 und 4 kg 4,70 Euro statt derzeit noch 4,36 Euro und Pakete bis 8 kg 5,70 Euro statt 5,45 Euro.

Kräftig teurer werden auch Gebühren für Postvollmachten, die etwa anfallen, wenn jemand anderer als der Adressat einen Amtsbrief abholt. Hier steigen die Gebühren gleich von 8,14 Euro auf 15 Euro. Merklich teurer werden auch Nachforschungsaufträge - statt bisher 3,63 Euro kosten sie künftig 4,00 Euro. Postlagernde Sendungen, derzeit kostenlos, gibt es künftig für einen Euro. Geringfügig teurer werden Tarife für Nachsender und Einschreiben.

Tiefrote Zahlen

Die Nachricht über die geplante Preiserhöhung kommt knapp zwei Wochen nach der letzten Aufsichtratssitzung. Dort hatte der Post-Vorstand dem Eigentümer für die ersten neun Monaten tiefrote Zahlen vorgelegt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sackte von plus 7,87 Mio. Euro auf minus 11,08 Mio. Euro ab. Die Post, die für 2001 noch 29,1 Mio. Euro Dividende an den Eigentümer abliefern musste, fällt damit heuer als Dividendenbringer für Finanzminister Grasser aus. (APA)