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apa/epa/parsons

London - Bis zu 250.000 Briten haben sich am Donnerstag in England und Wales an der traditionellen Treibjagd zum "Boxing Day" beteiligt - möglicherweise zum letzten Mal, wie die Befürworter unterstrichen. Nicht dabei waren Prinz Charles und seine Freundin Camilla Parker-Bowles - angeblich hat Königin Elizabeth II. ihrem Sohn dies aus Sorge um das Image der Royals verboten.

In zahlreichen der insgesamt 300 Jagdgebiete stießen die Jäger statt auf Wild auf Protestkundgebungen ihrer Gegner. Ein neuer Gesetzentwurf, der am 3. Dezember dem britischen Unterhaus vorgelegt wurde, sieht ein Teilverbot der Hetzjagd vor - diese soll dann nur noch bei Füchsen und unter strikten Auflagen möglich sein. Doch in den vergangenen fünf Jahren scheiterten alle Bemühungen der Labour-Regierung, die traditionelle Jagd zu verbieten oder zumindest einzuschränken, am Veto des Oberhauses. Nach Angaben der Vereinigung "Countryside Alliance" wächst jedoch trotz aller Anfeindungen die Zahl derjenigen, die die Erteilung von Jagdlizenzen einem reinen Verbot vorziehen würden.

"Auf das Volk hören"

Die Queen soll nach einem Bericht des "Daily Mirror" den Thronfolger aufgefordert haben, künftig auf diesen Sport zu verzichten. "Der Prinz würde seinen Ruf ruinieren, falls er sich über den Willen des Volkes hinwegsetzen sollte", sagte ein ranghoher Hofbediensteter der Zeitung. "Das würde zu weit gehen."

Charles ging am zweiten Weihnachtstag auf Schloss Sandrigham (Norfolk) mit seinen Söhnen William (21) und Harry (18) mit dem Gewehr auf die Jagd. Keiner der Royals wurde laut "Daily Mirror" bei der umstrittenen Fuchsjagd mit Hunden gesichtet. Auch Camilla Parker-Bowles, die Jagd besessene Freundin von Charles, wurde der Zeitung zufolge nicht auf dem Pferderücken gesichtet.

Charles dürfte die von seiner Mutter gegebene Anweisung höchst peinlich sein, berichtete der "Mirror". Der Thronfolger hatte noch vor wenigen Monaten öffentlich erklärt, bei einem Fuchsjagdverbot werde er auswandern und für den Rest seines Lebens Ski fahren. (APA/AFP)