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Die russischen MiG-Anbieter wollen im Kampf um die österreichischen Abfangjäger mitmachen

montage: derStandard.at (fotos: reuters)

Wien - Die russischen Anbieter des MiG-29-Kampfjets hoffen nach wie vor auf ein Geschäft mit Österreich. Erst im Dezember haben Vertreter des Konzerns ihr Produkt in Wien neuerlich präsentiert. Jetzt wird auch im Internet (http://www.mig-29.at) geworben. Das wichtigste Argument für den "Ausweg für Österreich" ist der Preis: 30 Maschinen der jüngsten Version MiG-29M - davon sechs Zweisitzer - wären um knapp 1,14 Milliarden Euro zu bekommen, heißt es. Angeboten werden zudem die Gegenverrechnung russischer Staatsschulden sowie Versorgungssicherheit durch langfristige Staatsverträge.

Die MiG-29 war von den österreichischen Militärs schon im Vorfeld Typenentscheidung nicht zur Anbotslegung eingeladen worden. Als Argumente gegen das Produkt wurden u.a. hohe Betriebskosten und mögliche Versorgungsprobleme geltend gemacht. Nun hoffen die Russen, dass eine neue Regierung die Entscheidung für den Eurofighter noch einmal in Frage stellen könnte.

"Streckt die Hand entgegen"

"Gern hätte nun Russland mit der ausgezeichneten MiG-29 am letztjährigen Wettbewerb zur Lösung dieses Problems teilgenommen. Österreich hat eine mutige und weitreichende Selektion getroffen, nun haben jedoch die vorläufige Typenwahl, verbunden mit einer Naturkatastrophe und den internen politischen Ereignissen bis hin zur vergangenen Parlamentswahl, den mutigen Prozess gestoppt", heißt es dazu auf der Homepage. Nun wolle die russische Regierung Österreich seine Hilfe und Erfahrung anbieten "und streckt allen Entscheidungsträgern die helfende Hand entgegen - in Form der bewährten MiG-29".

Auf der Homepage wird nicht nur das Angebot für Österreich dargestellt, es finden sich auch Informationen über Kunden und Geschichte des Jets und des Konzerns RAC "MiG", der Ende der neunziger Jahre aus einer Umstrukturierung der früheren militärindustriellen "MAPO"-Holding entstanden ist. So heißt es etwa, dass weltweit bei 28 Luftwaffen rund 1.400 Maschinen vom Typ MiG-29 im Einsatz seien.

Neben RAC "MiG" hoffen auch die im österreichischen Verfahren dem Eurofighter-Konsortium unterlegenen Anbieter nach wie vor auf einen Auftrag aus der Alpenrepublik. Die Anbieter des schwedisch-britischen Gripen wollen ihr Wiener Büro bis zu einer definitiven Kaufentscheidung offen halten. Auch der US-Konzern Lockheed Martin, der erst am Freitag den Zuschlag für die Lieferung von 48 F 16-Jets an Polen erhalten halt, hält sein Angebot aufrecht. (APA)