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John Ronald Reuel Tolkien

Foto: APA/AFP

London - Von Londons zentralem Platz Leicester Square über eine Bar in Mexiko bis hin zum Sunset Boulevard in Hollywood wollen Tausende Fans des englischen Fantasy-Autors John Ronald Reuel Tolkien ("Der Herr der Ringe") am Freitag, den 3. Jänner, seines 111. Geburtstages gedenken.

Dieser Geburtstag hat für seine Verehrer deshalb eine besondere Bedeutung, weil der Held seines Romans "Der kleine Hobbit", Bilbo Beutlin, im ersten Kapitel von "Der Herr der Ringe" seinen 111. Geburtstag feiert. Obwohl sich Tolkien selbst scherzhaft als Hobbit bezeichnete, konnte er dieses Alter denn doch nicht erreichen: Der Kultautor, geboren am 3. Jänner 1892 in Südafrika, starb vor 30 Jahren, am 2. September 1973, 81-jährig in Bournemouth.

Wie der "Guardian" am Donnerstag berichtete, hat sich die Mitgliederzahl der britischen Tolkien-Gesellschaft durch die erfolgreiche Verfilmung des "Herr der Ringe"-Epos binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. "Die Filme haben in der ganzen Welt einen unheimlichen Impact gehabt", sagte der Sprecher der Gesellschaft, Ian Collier.

Unbekanntes Manuskript entdeckt

Ein amerikanischer Forscher hat in einer Bibliothek in Oxford ein bisher unbekanntes Manuskript von Tolkien entdeckt. Dabei geht es allerdings nicht um einen weiteren Roman des Schriftstellers, sondern um eine wissenschaftliche Kommentierung und Übersetzung des über 1000 Jahre alten Heldengedichts "Beowulf". Tolkien, der als Professor für germanische Philologie in Oxford lehrte, war ein anerkannter Experte für diese altenglische Sage über den Helden Beowulf und das Ungeheuer Grendel.

Der Sprachwissenschaftler Michael Drout (34) fand das handgeschriebene 2000 Seiten-Manuskript in einer Schachtel, die sich seit langer Zeit niemand mehr angesehen hatte. Im kommenden Sommer sollen Tolkiens Übersetzung und Textkommentar nun veröffentlicht werden. Nach Darstellung von Drout hat "Beowulf" das Tolkiensche Werk stark beeinflusst: Sowohl Elben als auch Orks (Monster) und Ents - die sprechenden Baumwesen aus dem neuen "Herr der Ringe"-Film - würden schon in "Beowulf" erwähnt. (APA/dpa)