Chicago - Die zahlungsunfähige US-Fluggesellschaft United Airlines hat am Wochenende zumindest bei einem Teil der Gewerkschaften die Zustimmung zu Lohnkürzungen erreicht. Vertreter der jeweiligen Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter teilten mit, sie würden ihren Mitgliedern empfehlen, befristete Lohnkürzungen zu akzeptieren um das Unternehmen bei den geplanten Kostensenkungen zu unterstützen. UAL war mit seinem Antrag auf Gläubigerschutz am 9. Dezember als bisher größter Insolvenzfall einer Fluggesellschaft in die Geschichte eingegangen.

Ab dem 1. Januar sollen die Piloten nach Auskunft der Pilotenvereinigung zeitweise auf 29 Prozent ihres Gehaltes verzichten. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter will ihren Mitgliedern die Unterzeichnung eines neunprozentigen Lohnverzichts empfehlen.

Freiwillige Lohnkürzungen

Bis zum 8. Januar haben die Gewerkschaften Zeit, den freiwilligen Lohnkürzungen zuzustimmen. Für den Fall dass sie nicht auf die Sparvorschläge eingehen, will UAL mit juristischen Mitteln die Tarifverträge aushebeln. Einen entsprechenden Antrag hatte das Unternehmen am Freitag vor einem US-Konkursgericht gestellt. Dieser Schritt richtete sich vor allem gegen die Gewerkschaft der Mechaniker, die bisher jegliche Zugeständnisse verweigert. UAL fordert von ihnen einen Verzicht von 13 Prozent des Lohns.

Die weltweit zweitgrößte Fluggesellschaft ist zwingend auf die Einsparungen bei den Arbeitskosten angewiesen, um die Bedingungen eines Kreditabkommens von 1,5 Mrd. Dollar zu erfüllen. Verschiedene Banken hatten den Kredit gewährt, um United vor dem Zusammenbruch zu bewahren.(APA/Reuters)