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Chinas neuer Premier will sich dafür engagieren, dass Nordkorea doch noch auf sein Atomprogramm verzichtet.

Foto: REUTERS/Andrew Wong

Peking - Die Volksrepublik China hat eine stärkere Einflussnahme auf Nordkorea zugesagt, um das Nachbarland zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Bei seinem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder am Montag in Peking äußerte der neue chinesische Parteichef, Vizepräsident Hu Jintao, auch die Hoffnung, dass die USA und Nordkorea den Dialog wieder aufnehmen, wie deutsche Regierungskreise berichteten. Die chinesische Seite sei "gerne bereit zu vermitteln und ihren Einfluss geltend zu machen", hieß es nach dem Gespräch aus der deutschen Delegation.

Peking wolle unverändert die Einhaltung der 1994 getroffenen Rahmenvereinbarung, nach der Nordkorea sein Atomprogramm eingefroren hatte. Im Gegenzug sollte Pjöngjang zwei Leichtwasserreaktoren bekommen und erhielt Öllieferungen für seiner Energieengpässe. Washington hatte die Heizöllieferungen aber eingestellt, nachdem Pjöngjang ein geheimes Urananreicherungsprogramm zugegeben hatte. Daraufhin hatten die Nordkoreaner ihr eingefrorenes Atomprogramm wieder aufgenommen, aber immer wieder Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Chinas Regierung "tief besorgt"

Informierte Kreise in Peking berichteten, die chinesische Regierung sei "tief besorgt". "Ein nuklear bewaffnetes Nordkorea vor seiner Haustür ist der Albtraum Chinas." Besonders auf Parteiebene versuche die chinesische Seite, als traditioneller Freund auf Nordkorea einzuwirken, hänge dies aber nicht an die große Glocke. Der südkoreanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Kim Dae Jung lehnt die von den USA geplanten Sanktionen gegen Nordkorea ab. Die Isolierung kommunistischer Staaten sei noch nie erfolgreich gewesen, sagte Kim Dae Jung am Montag während einer Kabinettssitzung in Seoul und verwies auf das Beispiel Kubas.(APA/dpa)