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Kleine angeschwemmte Ölbrocken am Strand

Foto: APA/ epa/ Derrick Ceyrac

Bordeaux/Paris - Frankreich stellt sich auf eine größere Ölpest ein, nachdem Ölklumpen des gesunkenen Großtankers "Prestige" Strände südlich von Bordeaux erreicht haben. Nach Behördenangaben ist eine Ansammlung größerer Ölteppiche zuletzt rund 180 Kilometer vor der französischen Küste gesichtet worden.

Auf Grund des starken Windes wird die "schwarze Flut" aus rund 5.000 Tonnen Schweröl des Tankers, der im November vor der spanischen Küste auseinander gebrochen ist, weiter rasch auf die Küste zugetrieben und dort am Wochenende erwartet. Umweltministerin Roselyne Bachelot sagte der französischen Tageszeitung "Le Parisien" "wenn sich die Wettervorhersagen bestätigen, werden wir die Ölflecken um den 5. Jänner herum in der Mündung der Gironde sehen". Die Gironde fließt nördlich von Bordeaux in den Atlantik.

"Es ist ein Damoklesschwert"

Frankreich habe sich auf die erwartete Ölverschmutzung ausreichend vorbereite, betonte Bachelot. Die Bedrohung sei nicht vergleichbar mit der Ölkatastrophe durch den im Dezember 1999 gesunkenen Tanker "Erika". Damals mussten mehr als 500 Kilometer der bretonischen Küste von der Ölpest gereinigt werden. "Dieses Mal dürfte die Verschmutzung ebenfalls sehr ernst sein, aber sich sehr viel mehr zerstreuen und uns für mehrere Monate beschäftigen", sagte Bachelot der Zeitung. "Es ist ein Damoklesschwert, dass für lange Zeit über unseren Köpfen schweben wird."

Ölklumpen - acht Kilometer groß

Die französische Meerespräfektur hatte am Mittwoch bestätigt, dass Ölklumpen der "Prestige" auf einer Länge von acht Kilometern südlich des Ferienortes Biscarosse an den bei Urlaubern beliebten Sandstränden gespült worden seien. Die "Prestige" war am 13. November leck geschlagen, sechs Tage später etwa 250 Kilometer vor der spanischen Atlantikküste auseinander gebrochen und 3.600 Meter tief gesunken. Etwa 30.000 Tonnen giftiges Schweröl strömten ins Meer und verursachten an den nordspanischen Küste die größte Ölkatastrophe in der Geschichte dieser Region.(APA/dpa)