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Eine Lawine donnert ins Tal.

Foto: APA/EPA/ Denis Balibouse

Bregenz - In den vergangenen Tagen wurden in den Vorarlberger Berggebieten 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee verzeichnet. Starke Winde führten zu umfangreichen Schneeverfrachtungen. Der Leiter der Vorarlberger Lawinenwarnkommission, Hermann Wirth, warnte heute, Dienstag davor, die Gefahr auf Grund der geringen Schneehöhe zu unterschätzen.

"Die Schneedecke ist sehr störanfällig, vor allem in kammnahen Steilhängen gibt es Triebschneeansammlungen. Bereits bei geringer Zusatzbelastung können sich Lawinen lösen", so der Experte. Schneeverfrachtungen

Nach Schneefällen am Wochenende brachte eine Warmfront am Montag Regen bis in Höhen von rund 2.300 Metern. Auf den Bergen führten starke Winde zu umfangreichen Schneeverfrachtungen, heißt es im Lawinenwarnbericht vom Dienstag. Durch die milden Temperaturen und den Regen wurde die Schneedecke in mittleren Lagen durchfeuchtet und aufgeweicht. Am Dienstag früh setzten oberhalb von etwa 1.400 Metern wieder Schneefälle ein.

Durch störanfälligen Triebschneebretter, schwache Zwischenschichten in der Schneedecke, geringe Verbindung des Neuschnees mit dem Altschnee und der Druchfeuchtung in tieferen Lagen ist eine erhebliche Lawinengefahr zu beachten, so der Bericht. Gefahrenstellen befinden sich besonders an kammnahen Steilhängen aller Exposition, sowie in steilen Rinnen und Mulden mit Triebschneeansammlungen oberhalb von 2.000 Metern. Lawinenauslösungen können dort bereits bei geringer Zusatzbelastung erfolgen. Zu meidende Gebiete

"Diese Bereiche sollten deshalb gemieden werden", appellierte Hermann Wirth an Wanderer, Tourengeher und Skifahrer. Durch Windeinwirkung und Schneefall sind auch spontan kleinere Lawinen möglich. Witterungsverhältnisse wie in den vergangenen Tagen bezeichnete Wirth als besonders gefährlich: "Bei wenig Schnee, nicht zu kalten Temperaturen und einigermaßen guter Sicht, unternehmen auch Personen Ausflüge, die sich normalerweise im Winter nie in derartige Höhen wagen würden". Auch wenn das Wetter zu Bergtouren oder Skiwanderungen verlocke, sollten unbedingt Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, betonte der Experte. (APA)