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Auf Tikopia seien zwei Dörfer unter Sand begraben - die Ortschaften Ravenga und Namo seien offenbar buchstäblich hinweggespült worden

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Reste von Palmen und Gebäuden: die Südseeinsel Tikopoi ist verwüstet (zum Vergrößern)

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Honiara – Die Bewohner der abgelegenen Pazifikinsel Tikopia haben den verheerenden Zyklon "Zoe" laut einem australischen Zeitungsbericht vielleicht überlebt. Einwohner berichteten der Besatzung eines gecharterten Hubschraubers, dass die Einwohner den Sturm in Höhlen verbracht hätten, berichtet die Zeitung "The Australian" in ihrer Samstagsausgabe.

Flucht in die Berge

Auf der Pazifik-Insel Tikopia haben sich ersten Berichten zufolge alle Bewohner durch Flucht in die Berge vor den schweren Wirbelstürmen retten können. Es war befürchtet worden, dass Hunderte auf der abgelegenen Insel zu Tode gekommen sein könnten. Die Situation auf den anderen betroffenen Inseln der Salomonen blieb weiter unklar.

Ein Fotograf, der mit einem Hubschrauber auf der Insel gelandet war, berichtete der Zeitung "The Weekend Australian", die etwa 700 Bewohner der Insel hätten bei den Stürmen am Sonntag in den Bergen Schutz vor dem Zyklon "Zoe" gesucht. Dabei hätten sie Wege genutzt, die schon ihre Vorfahren wählten, um sich vor den in der Region häufigen Wirbelstürmen zu schützen.

Kaum Nahrungsmittel

Die Stürme hätten jedoch ihre Häuser und Felder zerstört, berichteten die Tikopier nach Angaben des Fotografen. Sie schätzten, dass sie mindestens drei Jahre lang nicht genügend Lebensmittel ernten könnten, um sich zu ernähren. Zudem seien die Wasservorräte der Insel vom Salzwasser verseucht und die Bewohner seien gezwungen, ihren Wasserbedarf aus Kokosnusssaft zu decken, sagte der Fotograf. Tikopia ist die größte der von den Stürmen betroffenen Inseln.

Schicksal der Bewohner noch im Ungewissen Trotzdem liegen knapp eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm im Südpazifik liegt das Schicksal der Bewohner der Inseln im Ungewissen. Zu den rund 1.000 Bewohnern von Motu Lava sei der Kontakt seit dem Sturm abgebrochen, sagte ein Sprecher der französischen Botschaft auf der Inselgruppe Vanuatu am Freitag.

Dörfer von Tikopia

Die Behörden auf den Salomonen-Inseln haben mittlerweile – sechs Tage nach dem Unglück – das Verschwinden von ganzen Dörfern bestätigt. Das nationale Katastrophenschutzzentrum teilte über den Fernsehsender SIBC am Freitag mit, auf der Salomonen-Insel Tikopia seien zwei Dörfer vollständig unter Sand begraben. Auswertungen von Luftbildern zufolge seien die Ortschaften Ravenga und Namo offenbar buchstäblich weggespült worden, sagte ein Sprecher. Nach Rundfunkangaben leben in den beiden Dörfern normalerweise insgesamt bis zu 700 Menschen.

Elf Meter hohe Wellen

Den Angaben zufolge wurden die beiden Dörfer auf einem schmalen Landstreifen zwischen dem Meer und einer Lagune errichtet. Nach Angaben eines Regierungsvertreters überrollten am vergangenen Samstag bis zu elf Meter hohe Wellen die Inselgruppe. Der Wirbelsturm Zoe war mit mehr als 300 Stundenkilometern über Teile des Pazifikstaates hinweggefegt. Die rund 3.000 Bewohner der betroffenen Inseln Tikopia und Anuta waren bis zum Donnerstag völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

Hilfsschiff ist unterwegs

Nach fast einer Woche erst, jetzt ist nun endlich ein Schiff mit Hilfsgütern zu den verwüsteten Inseln der Salomonen entsandt worden. Es wird allerdings zwei bis drei Tage dauern bis die Lieferungen die Inseln erreichen. (APA)