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Foto: Reuters/ Zolles

Wien - An der fünften Ausgabe des T-Mobile-Hallencups beteiligen sich alle zehn Vereine der obersten Leistungsklasse, freilich nicht alle in Wien. Hier wurde darauf Bedacht genommen, möglichst viele Anlässe zu Zorn und Freude zu bieten und jeden Tag ein Wiener Derby anzusetzen, wenn auch nicht immer Austria - Rapid (erstmals am Freitag). Daher sind die beiden Wiener Großklubs (die Austria hat ab Juli den nigerianischen Verteidiger Rabiu Afolabi, 22 Jahre, 1,83 m, verpflichtet) mit dem Sportklub in einer Gruppe; die andere wird aus dem Vizemeister des Vorjahres, Admira, dem Hallencupsieger 2002, Red Zac Team (Stöger!), und SV Mattersburg (Kühbauer!) gebildet.

In der Wiener Stadthalle werden Donnerstag (ab 18), Freitag (ab 19) und Samstag (ab 15) die Gruppenspiele (jeweils 2 x 12 Minuten netto) - samt einer Unzahl so genannter Legendenderbys, in denen alte Sportklub-Kicker beispielsweise gegen alte Rapidler zangeln - abgehalten; am Sonntag (ab 14) steigen erst die Semifinale zwischen den Gruppensiegern und -zweiten, anschließend die Finale (jeweils 2 x 15 Minuten netto, alles ORF 1 und TW1 live).

Junge Wieseln

Alfred Tatar, der unter Teamchef Rashid Rachimow die Admira trainiert, wird "etliche Junge, also auch 17- und 16-Jährige" aufbieten. Tatar: "Die können zumindest laufen wie die Wieseln, im Vorjahr hat man beim Red Zac Team gesehen, dass das eine wesent- liche Eigenschaft war. Ob die fußballerische Qualität dann auch reicht, kann man vor dem ersten Tag nicht sagen." Ob er auch der Meinung sei, Hallenfußball habe laut Austrias Trainer Christoph Daum sinngemäß ungefähr so viel mit Fußball zu tun wie die Bilder vom Neujahrskonzert mit Österreich? Tatar: "Es ist ein Ball, es wird Geld ausgeschüttet, es gibt Regeln, der Ehrgeiz ist groß - also ist es Fußball."

Der Zirkus zieht nach dem Sonntag weiter nach Graz, wo unter der Führung von Sturm und dem GAK (ebenfalls der Derbys wegen in einer Vorrunden-Gruppe) am 11. (ab 17.30) und 12. Jänner (14) ballestert wird. Als dritte Station folgt Klagenfurt (17.-19. Jänner, ab 17.30, 15, 14) mit so ehrenwerten Klubs wie FC Kärnten, SV Ried und SV Salzburg. Das Red Zac Team Erste Liga spielt übrigens überall mit und wird sich wahrscheinlich blöd verdienen. Die Bonusprämien betragen insgesamt 150.000 €. Sie machen 22 Prozent der Gesamtdotation (rund 680.000 €) aus; ihre Berechnung ist eine hochkomplizierte Angelegenheit und berücksichtigt auch, ob ein Verein seine Stars (Faktor Publikumsattraktivität) einsetzt. Projektleiter Heinz Palme will das nach vier Jahren Hallencup erwirtschaftete minimale Plus angesichts der schwierigen Marktlage (Konjunkturflaute) erhalten. Bis 2004 solle das Konzept wie gehabt weiter laufen, dann ergebe sich dank Auslaufens von TV- und Sponsorverträgen eine natürliche Gelegenheit zur Reform. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 2. Jänner 2003, josko)