Abidjan - Die Rebellen in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben nach eigenen Angaben ein Dorf im Südwesten des Landes eingenommen. Der Rebellenkommandant Felix Doh sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP, seine Kämpfer hätten die Kontrolle über Neka an der Grenze zu Liberia übernommen. Gefechte habe es nicht gegeben. Doh erklärte, Truppen der Regierung in Neka seien zu den Rebellen übergelaufen. Mit dem jüngsten Gebietsgewinn stehen die Aufständischen nun 200 Kilometer von San Pedro entfernt, des zweitgrößten Hafens der Stadt.

Zu der Frage, ob die Rebellen nun San Pedro einnehmen wollten, äußerte Doh sich nicht genauer. Er erklärte, er wisse von den französischen Soldaten in der Hafenstadt. Doh und andere Rebellenkommandanten haben wiederholt mit einem Angriff auf die Stadt Abidjan gedroht, die rund 325 Kilometer östlich von San Pedro liegt. Ein Sprecher der französischen Truppen in Cote d'Ivoire konnte die Angaben der Rebellen nicht bestätigen.

Französisches Militär: Truppen töteten Zivilisten

In Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben Regierungstruppen die Waffenstillstandslinie verletzt und in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet elf Zivilisten getötet sowie mehrere weitere verwundet. Wie am Mittwoch aus Kreisen des in Cote d'Ivoire stationierten französischen Militärs verlautete, wurde das Fischerdorf Menakro an der Küste des Kossou-Sees am Dienstag aus zumindest einem Hubschrauber der Regierungstruppen beschossen.

Nach Menakro entsandte französische Soldaten hätten auf dem Marktplatz Geschosshülsen entdeckt. Das Dorf liege "mindestens 40 bis 50 Kilometer" jenseits der Waffenstillstandslinie, die Regierung und Rebellen vereinbart hatten.

In Cote d'Ivoire liefern sich aufständische Soldaten und Regierungstruppen seit Mitte September Kämpfe. Die Rebellen fordern Gleichberechtigung für die moslemische Bevölkerungsmehrheit im Norden, die sich von der Regierung von Präsident Laurent Gbagbo vernachlässigt fühlt. Am 17. Oktober hatten die Konfliktparteien einen Waffenstillstand vereinbart. Rund 2.500 französische Soldaten sollen ihn sichern und Ausländer schützen. (APA/AP)