Jerusalem/Gaza - Die israelische Armee ist am Donnerstag im besetzten Gaza-Streifen mit Panzern in drei palästinensische Flüchtlingslager vorgestoßen, in denen es daraufhin zu heftigen Feuergefechten zwischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern kam. Nach vorliegenden Informationen wurden in den vergangenen Stunden fünf Palästinenser getötet, vier von ihnen im Gaza-Streifen. Im Norden Israels hatten Polizisten einen Palästinenser erschossen, der angeblich einen Anschlag verüben wollte. In Israel hat unterdessen die Entscheidung der zentralen Wahlkommission, zwei prominente arabische Parlamentarier, Ahmed Tibi und Azmi Bishara, von der Teilnahme an den Knesset-Wahlen Ende Jänner auszuschließen, eine Demokratiedebatte ausgelöst.

Im Gaza-Streifen stießen die Besatzungstruppen in die Flüchtlingslager Boureij, Mouazi und Rafah vor. Sie setzten auch Kampfhubschrauber ein. In Boureij wurden mehrere Palästinenser verletzt, wie die israelische Armee mitteilte. In Rafah seien zwei Soldaten verwundet worden, als ihr Panzerfahrzeug über einen Sprengsatz fuhr. Die israelische Armee hat in Rafah nach palästinensischen Angaben 25 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Ein Armeesprecher bestätigte lediglich die Zerstörung von vier Gebäuden, aus denen militante Palästinenser zuvor auf die Arme geschossen hätten. Nach Angaben palästinensischer Menschenrechtsorganisationen wurden durch die Zerstörung der Gebäude 43 Familien, insgesamt 222 Personen, obdachlos. Das Vorgehen verstößt massiv gegen Bestimmungen der Vierten Genfer Konvention über die Behandlung der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten.

Zuvor hatten drei Palästinenser versucht, in eine jüdische Siedlung im Norden des Gaza-Streifens einzudringen. Sie wurden laut einem Militärsprecher erschossen. Bei den Toten seien Messer gefunden worden, sagte der Sprecher. Nach Angaben von Angehörigen handelt es sich bei den erschossenen Palästinensern um Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren aus dem nahe gelegenen Flüchtlingslager Jabalia. (APA/AP/Reuters/AFP)