Wien/Linz – Wasser und Kälte sind auf Straßen und Gehsteigen eine teuflische Kombination. Am Donnerstag war es wieder so weit, gefrierender Regen verwandelte in Wien, dem Burgenland sowie Ober-und Niederösterreich die Verkehrsflächen in Rutschbahnen. Die Folge: Verkehrsunfälle, verletzte Passanten und Straßensperren.

Burgenland

Im Burgenland kam ein Lenker im Seewinkel ins Schleudern und prallte gegen einen Baum, sein Beifahrer, ein 40-jähriger Wiener, wurde schwer verletzt. Sechs Verletzte gab es auch in Niederösterreich. Der Fahrer eines Kleinbusses verlor die Kontrolle, das Gefährt überschlug sich.

Versicherungsrechtlich eine heikle Sache

Verkehrsunfälle auf Glatteis können versicherungsrechtlich übrigens eine heikle Sache sein, warnt der Autofahrerclub ARBÖ. Bei einer Kaskoversicherung bekommt man nur dann Geld, wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Beispiele dafür sind überhöhte Geschwindigkeit oder die Verwendung von Sommerreifen bei akutem Glatteis.

Das Unfallrisiko auf einer spiegelnden Straße lässt sich mit der richtigen Fahrweise aber senken. Niedrigere Geschwindigkeit, keine Beschleunigungs- oder Bremsmanöver in Kurven und die Vermeidung von ruckartigen Lenkbewegungen feien vor ungewollten Rutschpartien.

Oberösterreich

Doch nicht nur die Straßen, auch die Gehsteige präsentierten sich gestern als glattes Parkett. Alleine im Linzer Unfallkrankenhaus mussten bis zu den Mittagsstunden 40 Menschen behandelt werden, die die Bodenhaftung kurzfristig verloren hatten. Ähnlich die Situation in der Bundeshauptstadt.

Streupflicht für Gehsteige

Die Magistrate erinnern in diesem Zusammenhang an die Räum- beziehungsweise Streupflicht für Gehsteige. Für diese sind nämlich die Hausbesitzer und nicht die öffentlichen Stellen zuständig. Grundsätzlich muss das Trottoir zwischen sechs und 22 Uhr gesäubert sein. Andernfalls drohen bei einem Sturz Schadensersatzansprüche. Wer nicht selbst schaufeln und kratzen will, muss eine Firma damit beauftragen.

Apropos Kratzen: Wer die Windschutzscheibe seines Wagens von der Eisschicht befreit, muss aufpassen. Wird dabei nämlich das "Pickerl" beschädigt, kann das bis zu 2180 Euro Strafe kosten, warnt der ÖAMTC. (moe, DER STANDARD Printausgabe 3.1.2003)