Bild nicht mehr verfügbar.

Das Gedächtnis ist mehr als ein Computer, der soziale Zusammenhang ist bedeutend.

Foto: APA/dpa/Marijan Murat

Stuttgart - Schon die Annahme, Alkohol getrunken zu haben, kann das Gedächtnis beeinflussen. Das haben neuseeländische Forscher in Experimenten mit 150 Studenten herausgefunden, schreibt das deutsche Fachblatt "Bild der Wissenschaft" unter Berufung auf das Wissenschaftsmagazin "Psychological Science". Die Ergebnisse zeigten laut Studienautorinnen Seema Assefi und Maryanne Garry, wie sehr das Gedächtnis von sozialen Einflüssen und Gefühlen bestimmt sei.

Für ihre Studie setzten die Wissenschafterinnen die Probanden in eine angebliche Bar und servierten ein Mixgetränk mit Tonicwater. Die eine Hälfte der Studenten bekam dabei gesagt, das Getränk enthielte Wodka, die andere dagegen wusste, dass das Getränk alkoholfrei war. Das realistische Ambiente ließ die meisten Probanden der ersten Gruppe tatsächlich an einen alkoholischen Drink glauben.

Zeichen eines leichten Rauschs

Prompt zeigten einige typische äußere Zeichen eines leichten Rauschs. Doch auch ihr Erinnerungsvermögen veränderte sich: Nachdem die Wissenschafterinnen ihnen eine Diaserie eines fiktiven Verbrechens vorgeführt hatten, gaben sie das Gesehene weitaus unzuverlässiger wieder. In ihren Aussagen waren sie leichter beeinflussbar, dennoch mehr von deren Wahrheitsgehalt überzeugt.

Das Gedächtnis sei mehr als ein Computer, der Infos einfach abspeichert, erläutert Maryanne Garry die Ergebnisse. Der soziale Zusammenhang, in dem Informationen aufgenommen werden, spiele eine bedeutende Rolle. (red, DER STANDARD, Print, 02.01.2003)