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Giorgio Gaber

Foto: Archiv

Rom - Der italienische Liedermacher und Kabarettist Giorgio Gaber, der seit über 40 Jahren mit subtilem Humor die politische Landschaft Italiens anprangerte, ist am Neujahrstag in seiner Villa in der Nähe der toskanischen Stadt Lucca nach Monaten schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahrengestorben. Mit seinen griffigen wie sarkastischen Formulierungen über Politiker und Parteien war er in den Sechziger Jahren zu einer Kultfigur geworden.

In den 70-er Jahren hatte er eine Karriere als TV-Master abgelehnt und Auftritte in den Theatern bevorzugt. Überfüllte Säle und stürmischer Applaus begleiteten stets seine Auftritte. Gaber wandte sich mit seinen Texten gegen soziale Ungerechtigkeit, gegen die Doppelmoral und die Heuchelei der "braven" Bürger. Anfang der siebziger Jahre spielte der Musiker regelmäßig in Mailänder Theater, wo er die Bekanntschaft des Literatur-Nobelpreisträgers Dario Fo machte.

Die bisher letzte Produktion dürfte von Missmut und Pessimismus bestimmt sein: "Ich fühle mich nicht als Italiener" lautete der Titel der Liedersammlung, die am 24. Jänner auf den Markt kommt. "Italien hat einen der intelligentesten und kritischsten Beobachter seiner Gesellschaft verloren", kommentierten am Donnerstag italienische Medien. (APA)