Linz - Planmäßig um 10.00 Uhr begann eine Gruppe von Temelin-Gegnern am Donnerstag in Freistadt (Oberösterreich) mit einem "Hungerstreik". Die zehn Aktivisten wollen mit ihrem "Fasten" erreichen, dass die Beschlüsse von Kopenhagen in der Temelin-Frage "nachgebessert" werden und die Einklagbarkeit der Sicherheitsmaßnahmen in dem tschechischen Atomkraftwerk vor dem europäischen Gerichtshof festgeschrieben wird.

Die vier Männer und sechs Frauen - sie kommen aus Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg und gehören den jeweiligen Plattformen gegen Atomgefahr sowie der Gruppe "Stop Temelin" an - werden die nächsten Tage in einer Art "Blockhütte" aus Holz verbringen, die mitten auf dem Stadtplatz von Freistadt aufgestellt wurde. Unmittelbar neben dem Christbaum und der Weihnachtskrippe, was für die Atomgegner durchaus einen gewollten symbolischen Charakter hat, wie sie sagen. In der "Blockhütte" gibt es Sitz- und Schlafgelegenheiten sowie einen Ofen. Die Männer und Frauen wollen rund um die Uhr ausharren und sich nur von Säften und Tee ernähren. Ein Temelin-Gegner, der in der Nähe wohnt, hat sich bereit erklärt, den "Hungernden" die sanitären Einrichtungen in seinem Haus zur Verfügung zu stellen.

Josef Neumüller, einer der in Hungerstreik getretenen Atomgegner, verglich die Aktion am Donnerstag mit Mahatma Gandhi: "Auch er hat mit dieser Art von friedlichem Protest seine Ziele verfolgt, wir wollen es auch so machen". Die Aktion ist vorerst bis 6. Jänner anberaumt. Neumüller schloss aber nicht aus, dass der Hungerstreik von einzelnen Atomgegnern noch weiter geführt wird. (APA)