Salzburg - "Finger weg von Fremdwährungskrediten", warnte der Präsident der Salzburger Arbeiterkammer (AK) Alexander Böhm heute, Donnerstag, alle Laien, die wenig Ahnung in diesem mit allen Risiken verbundenen Spekulationsgeschäft hätten. Für die Kleinanleger, die vom Fachwissen der Vermittler und Berater abhängig seien, gebe es immer wieder ein böses Erwachen. Die Währungsschwankungen könnten die Belastungen der Kreditnehmer in unerwartete Höhen treiben, mahnte der AK-Sprecher zur Vorsicht.

Mit verlockend niedrigen Zinssätzen würden derzeit wieder Fremdwährungskredite angeboten. Steht die Finanzierung z.B. eines Eigenheims ins Haus, erscheinen Angebote wie etwa zinsgünstige Yen-Darlehen als lohnende Alternative. Wöchentlich würden allerdings im Durchschnitt vier Fälle von missglückten Spekulationen am Tisch der Arbeiterkammer liegen, betonte Böhm. Komme es zu geringfügigen Kurssteigerungen, sei die Katastrophe vor allem für jene Konsumenten, bei denen sich der Kredit gerade noch ausgegangen ist, perfekt.

Die Risiken in dem Spekulationsgeschäft würden durch die Währungsschwankungen entstehen. Der Kredit hafte in Fremdwährung aus, daher ändere sich der jeweilige Euro-Gegenwert des Kreditbetrages entsprechend den Wechselkursschwankungen. "Steigt der Kurs, werden auch die Schulden mehr", warnte Böhm. Oft müsste eine Lebensversicherung als Tilgungsgarantie für die Banken herhalten. Doch auch hierbei handle es sich um ein Produkt ohne Zinsgarantie. Die versprochene Mindestrendite von sechs Prozent werde derzeit nicht erreicht.

Darüber hinaus müsse der Kreditnehmer zahlreiche Spesen und doppelte Vermittlungsgebühren bezahlen. Dabei seien die vermeintlichen Zinsvorteile meist schneller weg als man glauben möge, sagte der AK-Präsident. (APA)