Wien - Einen wichtigen Impuls für die positive wirtschaftliche Entwicklung des heimischen Ökostromgesetztes sieht Landwirtschafts- und Umweltminister Wilhelm Molterer (V) in der neuen Tarifverordnung zum Ökostromgesetz, die seit Jahresbeginn in Kraft ist. Ziel sei, den Anteil erneuerbarer Energieträger am heimischen Aufkommen von derzeit rund 72 Prozent auf mindestens 78 Prozent im Jahr 2008 zu steigern. Österreich setzte damit voll auf grünen Strom, so Molterer am Donnerstag in einer Presseaussendung.

Im Jahr 2008 sollen 62 Prozent der österreichischen Stromproduktion aus Großwasserkraft (Engpassleistung von mehr als 10 MW), 9 Prozent aus Kleinwasserkraft , 4 Prozent aus Biomasse und Windkraft sowie 3 Prozent aus sonstigen erneuerbaren Energieträgern wie Ablauge oder Klärschlamm stammen. Mit der Tarifverordnung werden bundesweit einheitliche Einspeistarife für Strom aus Ökostromanlagen (Wind, Sonne, Biomasse, Kleinwasserkraft und Geothermie) fixiert. Die Tarife werden für Anlagen, die innerhalb der kommenden zwei Jahre genehmigt werden, für 13 Jahre garantiert. Das neue Fördersystem startet mit einem Volumen von rund 220 Mio. Euro, es soll bis 2007 auf 260 Mio. Euro steigen, wobei der Anteil von Ökostrom anwachsen, jener von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sinken wird.

Finanziert wird die neue bundesweit einheitliche Ökostrom-Subvention dadurch, dass die im Inland tätigen Stromhändler den Ökostrom um 4,5 Cent statt zum Marktpreis von 2,5 Cent kaufen, sowie durch Zuschläge zum Netztarif, die für Kleinverbraucher mit 0,139 Cent je kWh festgelegt wurden und für Großkunden mit 0,099 Cent. Bisher schwankten die Förderzuschläge zwischen 0,06 Cent in Tirol und 0,795 Cent in Wien. Zu Verbilligungen führt die neue Regelung neben Wien auch in Salzburg, der Steiermark und im Burgenland.

Die von den Verbrauchern direkt eingehobenen Zuschläge werden bei 140 Mio. Euro liegen. Von den neuen Einspeistarifen, die 2005 evaluiert und neu festgelegt werden, werden rund 80 Mio. Euro erwartet. Ob und bis zu welchem Ausmaß die Stromhändler diesen Mehrpreis an die Kunden weiterverrechnen können, werde von der Bundeswettbewerbsbehörde und von der E-Control überwacht, heißt es in der Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums. (APA)