Bonn - Aus Sorge um den Arbeitsplatz haben die deutschen Bundesbürger im vergangenen Jahr häufig auf eine Krankmeldung verzichtet. Der Krankenstand in Deutschlands Betrieben sank nach Erhebung der gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief seit der Wiedervereinigung, bestätigte das deutsche Gesundheitsministerium in Bonn am Donnerstag einen Bericht der Tageszeitung "Die Welt".

Danach fehlten Arbeitnehmer 2002 nach vorläufiger Schätzung nur vier Prozent der Sollarbeitszeit. Dies entspricht im Schnitt 8,8 Arbeitstagen. Arbeitsmarktexperten nannten der Zeitung als wichtigste Ursache für den Rückgang der Krankmeldungen neben der lahmenden Konjunktur die Angst um den Arbeitsplatz.

Deutlich schlechter ist es dagegen um die Arbeitslosen bestellt. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeit klagt etwa ein Viertel der rund vier Millionen Arbeitslosen über gesundheitliche Einschränkungen. "Dadurch kommen diese Menschen für bestimmte Berufe nicht in Betracht", erklärte ein Sprecher der Behörde. Nach Rückenleiden wurden der Studie zufolge psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen am häufigsten diagnostiziert. Die Zahl der Erwerbslosen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie der Schwerbehinderten steigt der Erhebung zufolge mit der Dauer der Arbeitslosigkeit. (APA)