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Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien - EU-Kommissar Franz Fischler gibt einer Verlängerung des Transitsvertrags keine Chance mehr. Österreich solle sich "wegbewegen von der fixen Idee, Reste des Transitvertrages in die Zukunft zu retten", sagte Fischler in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung" (Donnerstagausgabe). Stattdessen schlägt der EU-Kommissar vor, Fahrgenehmigungen künftig von der Luftqualität abhängig zu machen.

"Ich könnte mir ein Luftüberwachungssystem vorstellen. Werden die Schadstoffwerte überschritten, dann muss der Verkehr sofort reduziert werden. Für mich ist dies der zentrale Ansatzpunkt einer Lösung", meint Fischler im Interview. Umgesetzt werden solle dies durch eine neue Wegekostenrichtlinie und durch die Anwendung bereits bestehender EU-Gesetze zur Luftverordnung.

Brüssel hat laut Fischler durchaus Verständnis für die österreichische Haltung der sensiblen Zonen, in denen schärfere Regelungen angewendet werden sollen. "Nur Österreich ist in seiner eigenen Verhandlungsstrategie inkonsequent. Immerzu heißt es aus Wien, ganz Österreich müsse eine sensible Zone werden. Wenn aber die Wiener Umfahrungsautobahn ebenso wie das Wipptal eine sensible Zone sein soll, dann stößt das in Brüssel auf Unverständnis", kritisiert Fischler. Österreich, meint er, müsse "für sich selbst die Frage beantworten: Will man eine laxe Regelung für Österreich oder eine strikte Regelung für die Alpentäler?"

Außerdem habe sich Österreich "bisher immer konzentriert, das zu sagen, was es nicht will und einen Sonderstatuts gefordert". Österreich brauche jedoch Bündnispartner in der EU und solle "jetzt die Granaten so in Stellung zu bringen, um eine gute EU-Wegekostenrichtlinie zu bekommen", so der Kommissar.(APA)