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London - Ein Rotwein-Extrakt kann Früchte vor Pilzbefall schützen und sie damit länger frisch halten. Wie Wissenschaftler der Complutense-Universität in Madrid herausfanden, bleiben mit einer Lösung aus Trans-Resveratrol überzogene Äpfel statt zwei Wochen drei Monate frisch. Das berichtet das britische Magazin "New Scientist". Weintrauben ließen sich statt einer Woche zwei Wochen lagern.

Die Forscher um Angel González Urena stellten fest, dass der in Weintrauben natürlich vorkommende Gerbstoff den Schimmelpilz Botrytis cinerea abtötet, der für den Schrumpfprozess von Früchten verantwortlich ist. Dem Rotwein-Extrakt werden auf Grund seiner antioxidativen Wirkung auch Krebs hemmende Eigenschaften zugeschrieben.

Gerbstoff in winziger Menge nötig

Nach Angaben der Forscher ist nur eine winzige Menge des Gerbstoffs nötig, um Früchte vor dem Befall mit Botrytis cinerea zu schützen. Für eine Weintraube reichen demnach vier Mikrogramm aus, das seien 50 Prozent mehr als natürlich in der Traubenschale vorkämen. Ähnlich geringe Dosen hätten sich auch positiv auf die getesteten Äpfel ausgewirkt. Bereits bekannt war, dass Trans- Resveratrol auch einige andere durch Hefe und Schimmelpilze hervorgerufene Schädigungen vieler Früchte, Gemüse- und Getreidesorten bekämpfen kann.

Das Forscherteam sucht nun nach preiswerteren Herstellungsmethoden für Trans-Resveratrol und geht davon aus, in etwa 18 Monaten ein kommerzielles Frucht-Konservierungssystem entwickelt zu haben. Die Originalstudie ist in der Fachzeitschrift "Journal of Agricultural and Food Chemistry" erschienen. (APA/dpa)