Wien - Einmal mehr wird eine umstrittene Persönlichkeit der katholischen Kirche selig gesprochen. Am 27. April wird die Seligsprechung Marco d'Avianos offiziell kundgemacht, wie vonseiten der Erzdiözese und des Kapuzinerordens mitgeteilt wurde.

Der 1631 in Friaul geborene Kapuzinermönch ist Österreichern ein Begriff, weil er eine entscheidende Rolle bei der Zweiten Türkenbelagerung Wiens spielte. Ihm ist es damals gelungen, die zerstrittenen Führer des Entsatzheeres zu einen und so die Befreiung von den damals übermächtigen Osmanen vorzubereiten. Der Bußprediger, Missioniar und päpstliche Diplomat starb am 13. August 1699 in Wien, er ist in der Kapuzinerkirche am Neuen Markt in Wien begraben.

D'Aviano gilt unter Katholiken als "charismatisches Predigertalent". Dagegen bezeichnen ihn die Protestanten als Hetzredner gegen sie und die Türken. Sie haben seine bereits 1912 beantragte Seligsprechung oft kritisiert. (aw, DER STANDARD Printausgabe 3.1.2003)