Wien - Einen guten Ruf haben sie ja wirklich nicht, die lautlosen, nächtlichen Flatterer. Vor allem ängstliche Gemüter haben eher schaurige, von literarischen Vorlagen ausgelöste Assoziationen, wenn die Fledermäuse über ihren Köpfen segeln.

Dabei sind sie in Wien durchaus etwas Besonderes - denn 20 Fledermausarten beheimatet kaum eine andere Großstadt in Europa. Die Lebensräume etwa für Mopsfledermaus, Großes Mausohr oder Kleinen Abendsegler werden aber immer knapper.

Deshalb hat die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 nicht nur ein Schutz-sondern auch ein Informationsprogramm ins Leben gerufen. Denn wer denkt schon an Fledermäuse, wenn er Dachstuhl oder Verschalungen mit giftigen Holzschutzmitteln bearbeitet. So, wie man auch um der Fledermäuse Willen auf Chemikalien im Garten möglichst verzichten sollte.

Außerdem schätzen es die lautlosen Segler überaus, wenn Dachstuhl oder Verschalung nicht komplett dicht gemacht wurden und sie noch ein- und ausfliegen können. Oder wenn sie die Möglichkeit haben, in einem Keller zu überwintern.

Die Wiener Fledermäuse kann man sich dieses Wochenende übrigens mit nach Hause nehmen und im Zimmer aufhängen. Und zwar jene zum Ausschneiden; die auf Pappkarton. Denn das Wiener Fledermaus-Schutzprogramm ist eines der Themen beim "Ramba Zamba-Riesenspielfest" im Rathaus.

Neben dem Fledermaus-Bastelbogen gibt es hier weitere Bastelideen für Materialien aus Wald und Wiese. Oder beispielsweise das interaktive "Wasserpolizei"-Spiel, bei dem man für sauberes Wasser sorgen muss. Und zwei Computer, in denen man die Natur in der Stadt virtuell erkunden und von denen man auch umweltfreundliche Grußkarten verschicken kann.

Das "Ramba Zamba-Riesenspielfest" läuft im Rathaus (Eingang Lichtenfelsgasse) heute und Samstag jeweils von 14 bis 18 Uhr, am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. (frei, DER STANDARD Printausgabe 3.1.2003)