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Präsident Laurent Gbagbo

Foto: EPA/AFPI/Issouf Sanogo

Ouagadougou - Wegen des Bürgerkriegs in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) sind bereits rund 60.000 aus dem westafrikanischen Staat Burkina Faso stammende Einwanderer geflohen. Zehn Prozent der Flüchtlinge seien im Rahmen eines von Ouagadougou organisierten Transports über Ghana in ihre Heimat zurückgekehrt, sagte Sozialministerin Mariam Lamizana am späten Donnerstagabend im Fernsehen von Burkina Faso. Weitere 54.000 Menschen seien auf eigene Faust oder mit Hilfe der Internationalen Organisation für Migration (IOM) heimgekehrt. Nach der Bildung einer neuen Kriegsfront im Westen von Cote d'Ivoire sei ein neuer Fluchtweg über Mali geschaffen worden.

In Cote d'Ivoire leben geschätzte 2,5 Millionen aus Burkina Faso stammende Menschen. Viele von ihnen sind schon vor Jahrzehnten aus wirtschaftlichen Gründen ins südliche Nachbarland gezogen, um unter anderem in der Landwirtschaft zu arbeiten. Cote d'Ivoire ist der weltweit größte Kakaoproduzent und galt einst als stabilstes Land in der Region. Die Regierung des Landes macht den nördlichen Nachbarn Burkina Faso für den Bürgerkrieg verantwortlich. Viele Burkiner leiden daher unter Repressionen.

Friedenstruppen eingetroffen

Mit mehreren Tagen Verspätung trafen am Freitag die ersten Soldaten einer Friedenstruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft CEDEAO in der ivorischen Metropole Abidjan ein. Die aus Benin, Togo und Ghana entsandten Truppen sollen Ende kommender Woche noch Verstärkung aus Senegal und dem Niger bekommen. Die Friedensmission war bereits auf einem CEDEAO-Treffen Ende September vereinbart worden.

Seit Mitte September liefern sich in Cote d'Ivoire aufständische Soldaten und Regierungstruppen teils erbitterte Kämpfe. Die Rebellen fordern Gleichberechtigung für die moslemische Bevölkerungsmehrheit im Norden, die sich von der Regierung von Präsident Laurent Gbagbo vernachlässigt fühlt. Ein im Oktober vereinbarter Waffenstillstand wurde nicht eingehalten. (APA)