Paris - WissenschaftlerInnen haben die geplante Entwicklung einer Potenzpille für Frauen nach dem Vorbild von "Viagra" als reine Geldmacherei kritisiert. Nach dem großen Erfolg der Männer-Potenzpille habe die pharmazeutische Industrie in der Hoffnung auf weitere lukrative Einnahmen eine Krankheit namens "weibliche Impotenz" schlichtweg erfunden, heißt es in einem Beitrag in der am Samstag erscheinenden Ausgabe des Fachmagazins "British Medical Journal".

Nicht ernstzunehmende Ergebnisse

Medizinische Untersuchungen, wonach angeblich 43 Prozent aller Frauen an "Impotenz" leiden, seien nicht ernst zu nehmen, schreibt der australische Journalist Ray Moynihan in dem Beitrag; Die ForscherInnen seien von der Pharmaindustrie mitfinanziert worden.

PsychologInnen warnten in der Zeitschrift vor dem Glauben, Frauen könnten ihre Unfähigkeit zum Lustempfinden beim Geschlechtsverkehr durch das Schlucken einer Pille beheben. "Viele Frauen leiden an sexueller Nicht-Befriedigung. Das heißt aber nicht, dass sie eine Krankheit haben", kritisierte die US-Wissenschaftlerin Sandra Leiblum die Pharmaindustrie. Oft seien Stress, Erschöpftheit oder einschüchterndes Verhalten der Männer Grund für die Empfindungslosigkeit beim Sex. (APA/AFP)