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Grafik: Archiv

Sie gelten als unentbehrliche Helfer für Internet-Surfer, doch der gute Ruf ist in Gefahr: Suchmaschinen leiden zunehmend unter Manipulationsversuchen professioneller Web-Vermarkter, wie das Computermagazin CHIP in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Demnach gaukeln die Vermarkter Google und Co. mit dubiosen Tricks vor, die Websites ihrer Kunden seien von großer Bedeutung. Die Folge: Die Sites wandern in den Ergebnislisten der Suchmaschinen auf die begehrten vorderen Plätze.

Ein Problem

Geschätzte zehn Milliarden Internet-Seiten warten im World Wide Web auf Besucher. Um Surfer schnell zu optimalen Ergebnissen zu verhelfen, filtern Suchmaschinen ihre Ergebnisse. Sites, in denen die Suchbegriffe häufig vorkommen, rücken nach vorn. Neben der Aktualität der Sites spielt auch das so genannte Page-Rank-System eine wichtige Rolle: Internet-Angebote, auf die besonders oft von anderen Seiten verlinkt wird, werden höher bewertet. Eine vordere Platzierung in den Trefferlisten ist für kommerzielle Angebote von entscheidender Bedeutung, da laut einer Studie drei Viertel der Surfer nur die Suchresultate der ersten Ergebnisseite beachten.

Manipulation

Um ihre Kunden auf die vorderen Plätze der Listen zu hieven, "optimieren" Internet-Agenturen die Sites. Wer etwa "Auto kaufen" in die Suchmaske eingibt, bekommt auf der wichtigen ersten Ergebnisseite bis zu fünf Treffer, die sich vermeintlich unter-scheiden – in Wahrheit steckt ein einziger Internet-Autohandel dahinter. Der Trick: Das Angebot firmiert unter verschiedenen Web-Adressen oder Portalen, die auch noch gegenseitig verlinkt sind. Die Vermarkter kassieren für diese Manipulationen Provisionen; gute Platzierungen lassen sich kaufen.

Gegenmassnahmen

Die Suchmaschinen-Betreiber wollen diesen Machenschaften nicht mehr länger zusehen. Auf CHIP-Anfrage erklärte Googles PR-Manager Nathan Taylor, der deutsche Index solle "deutlich verbessert werden". Konkurrent Altavista hat in den USA ein "Spam-Team" gegründet, das Manipulationen unterbinden soll. Altavistas Product Manager Andreas Hartmann bezeichnet die aktuelle Situation als "Rennen zwischen Suchmaschinen und Optimierern". (red)